15.08. Gebirgsmarathonâ›°đŸ„‡

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Lesezeit: ca. 5 Minuten

Wie bereits mehrfach angekĂŒndigt war es nach 6 Bestzeiten – von MĂ€rz bis August- Zeit, Straße und Bahn zu verlassen und das Renngeschehen in meine geliebten Berge zu verlegen (HIER nochmal die Übersicht zu den „Flachetappen“).
Und das endete beim heutigen Gebirgsmarathon in Immenstadt ĂŒber 31km und 3100HM gleich mit einem Gesamtsieg und neuem Streckenrekord (4.58h) đŸ’Ș . Die Top 10 ALLER 61 gestarteter Athleten habe ich dabei nur knapp verpasst. Wow!😜


Der Wettkampf vor dem Wettkampf

So ganz einfach ist das aber dieses Jahr nicht: Die Großveranstaltungen werden reihenweise abgesagt, was ich auch Kosten/Nutzen-grĂŒnden gut nachvollziehen kann. Und bei den kleinen bzw. kleineren hat man die Challenge schon vor dem Start: Zum einen muss man ĂŒberhaupt erst mal „mitbekommen“ das was stattfindet und dann muss man schnell und flexibel sein, um einen der limitierten StartplĂ€tze zu erhalten😳.

Erfolg Nr. 1: Der Startplatz beim Gebirgsmarathon in Immenstadt

So habe ich durch Zufall vor ein paar Wochen ĂŒber Facebook von diesem Event erfahren. Rein beim Lesen der Höhen- und Kilometer machte mein Herz schon einen Sprung: Das muss ich machen, rundet es doch mein Training an Ausdauer, Schnelligkeit und den vielen BerglĂ€ufen ab!

Erfolg Nr. 2: Der Marathon findet dann auch tatsÀchlich statt

Sonnenaufgang in Immenstadt

Auch hier haben wir in den vergangenen Wochen schon einiges erlebt: Rennen werden (kurzfristig) wieder abgesagtâ˜č. Die großen Mal außen vorgenommen (s. oben), KÖNNTEN gerade die kleineren Veranstalter mit guten Hygienekonzepten aufwarten und den Sportlern prima Plattformen bieten. Die Österreicher machen uns das schon etwas lĂ€nger vor, in Deutschland sucht man immer noch Ausreden anstatt WegeđŸ˜«. Daher ziehe ich meinen Hut vor Marc DĂŒrr und Stefan Lang, die es auf sich genommen und mit einem guten Konzept fĂŒr „Sportveranstaltungen 2.0“ ein großartiges Zeichen gesetzt haben. Dank Euch!🙌
Das die Welt nicht mehr so sein wird, wie sie einmal war, ist vollkommen klar und daher muss man sich auch schnell damit abfinden (hatte ich schon mal irgendwann erwĂ€hnt
), aber der Mensch mag halt keine VerĂ€nderungen. 😜

Erfolg Nr. 3: Streckencheck – „Who failed to prepare is prepared to fail”

Als ich das Höhenprofil zum 1. Mal sah, war ich mir nicht sicher, ob ich vorher wissen will, wie hart es ist. Dann ging aber meine Perfektion mit mir durch und ich fuhr letzten Samstag zum Testlauf nach Immenstadt, um die traumhafte Bergwelt der Nagelfluhkette zu meistern.  

Nagelfluhkette – Wunderschön und hart verdient…
.. das Profil sieht so niedlich und friedlich aus…

Meine Vorstellung war: wenn die ersten 3km mit 700 Höhenmetern geschafft sind (von Immenstadt auf das ImmenstĂ€dter Horn in 23%) ist der Rest „wellig“ und das gröbste ist geschafft. Haha, selten so bitter gelacht:

Bei km 12 geht es die „Kuhwiese“ mit 25% runter. Ich habe sie so getauft, da man diese nur in den Regenfurchen lĂ€uft, bevor es zum absolut brutalen Anstieg Richtung Rindalphorn geht. Hier warten auf 800 horizontalen Metern 260 Höhenmeter, d.h. geschmeidige 32% Steigung ĂŒber Fels- und KletterpassagenđŸ˜±. Dann folgen nochmal gute 2.5km zum Hochgrat auf 1834 Meter ĂŒ.M (Wendepunkt). Diesen Teil habe ich mir aber als Überraschung fĂŒr das Rennen aufgehobenđŸ€Ł.

Wenn man aber dann die Kuhweide bergauf geschafft hat, ist es im Prinzip nicht mehr so „schlimm“: 2 Seilpassagen und ansonsten das ĂŒbliche Trailterrain (schmale Single-Trails, teilweise am Abgrund, Wurzelpfade, etc). Limitierender Faktor ist hier dann natĂŒrlich die ErmĂŒdung, wo jeder einzelne Höhenmeter qualvolle Schmerzen bereitet. Und ich Held bin in einer Bergabpassage dann auch noch volle Kelle mit der Stirn am Ast hĂ€ngen geblieben: Einmal ausgehebelt, einmal auf den RĂŒcken geknallt und richtig fies geprellt. Nun gut, gehört zum Traillaufen dazuđŸ€•!

Dennoch bin ich diese „nur“ 27km mit seinen 2400HM in 04.44h gelaufen, was mir fĂŒr das Rennen Zuversicht bereitete, zumal ich den Trainingslauf ohne Stöcke und ohne kalorische Verpflegung absolviert habe.

Testlauf 08.08.

Erfolg Nr. 4: Gesund am Start und dann….

YES. IT’S RACE DAY! 🍀Allein die Tatsache, dass man starten kann und darf ist dieses Jahr Motivation genug. Der Respekt vor den nĂ€chsten 31km war aber zum Startzeitpunkt um 8Uhr bei 18C mindestens genauso groß!
DREAM BIG: Neben der anvisierten Zeit (<5.30h; Siegerzeit in den letzten Jahren mit Streckenrekord bei 05.09-05.33h), war ein weiteres Ziel klar definiert: Podium🏆. Es waren ĂŒber diese Distanz (es gab noch den Gebirgstrail mit 15km) zwar nur 10 Frauen am Start, aber das ist im Prinzip egal. “Oben” wird die Luft immer dĂŒnn, egal ob 10 oder 100 Athletinnen. Ich hatte mir meine anvisierten Zwischenzeiten auf den Arm notiert, um den Überblick zu haben, wie ich im Rennen lag:

Was soll ich sagen? Ich habe mich wohl mal wieder maßlos unterschĂ€tzt…🙄 Nach 1.5km habe ich FĂŒhrung ĂŒbernommen und diese nicht mehr hergegeben: Ein Paradelauf nach Plan. Fast… Zweimal bin ich gestĂŒrzt, aber das schlimmste Malheur ist mir beim besagten “32-%er” passiert:

Erfolg Nr. 5: Ruhe bewahren, wenn man sich versteigt…

… Irgendwie habe ich mich g’scheid verstiegen und bin total vom Weg abgekommenđŸ˜©đŸ˜©. Ich bin diesen Anstieg dann durch ca. 2 Meter hohes Gras, der Weg war nur irgendwie sichtbar, dabei einmal in eine Grube getreten, gefallen und habe meinen 1. Platz schon dahinsiechen sehen. Aber mit dem Gipfelkreuz des Rindalphorn im Blick und diversen mentalen Mantras habe ich auch das geschafft. Aber es war richtig gruselig💀, als ich dann wieder auf dem Weg kam, haben mich diverse Wanderer ziemlich entgeistert angesehen. Auch, weil meine Arme vom Gras und was da so alles war, ziemlich zerschunden ausgesehen haben…


Fazit

Geflashed💕💕. Ganz ehrlich. Diese Strecke in unter 5 Stunden zu laufen und dabei den Kursrekord einer Susi Lell (sehr erfolgreiche TraillĂ€uferin) zu pulverisieren macht mich ziemlich stolzđŸŒ». Ich genieße es und bin unheimlich dankbar, das ich das erleben darf.
Großer Dank geht neben den genannten Veranstaltern aber auch an die Grundbesitzer, die ihre Tiere teilweise umgetrieben haben. In einer solchen Aktion bin ich leider bei km 8 dann auch festgesteckt: Anja inmitten einer galoppierenden Kuhherde🐄🐄. Uaaaah. Das noch so nebenbei. Tja, Traillaufen birgt viele Erlebnisse.

Ein friedliches Tier beim Trainingslauf. Aber auch im Rennen hat man Respekt vor der Natur zu haben!

GlĂŒckwunsch an alle 100 Starterinnen und Starter und auch an meinen Landkreiskollegen Hansi Hillebrand aus Luttenwang, der beim Gebirgstrail ĂŒber 15km in seiner Alterklasse den 2. Platz belegte. Hansi startet seit diesem Jahr u.a. fĂŒr das AllgĂ€u Outlet Racing Team. Ein tolle Sache, die da von Marc Wenz ins Leben gerufen wurde und wir haben uns danach ganz nett unterhalten…


Link zur Veranstalter-Homepage und zu den Ergebnissen


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