10.07. – Europameisterschaft Genf – Aufholjadgen :-)

Nach einem sehr gelungenen Saisonauftakt in überregionalen Gefilden kam der Tag, an welchem ich mich mal wieder mit internationaler Konkurrenz auseinandersetzten durfte. Ich möchte die drei Gesamtsiege bei den Wettkämpfen in Augsburg, Bad Tölz und Königsbrunn sowie den Deutschen Meistertitel der AK35 über die Sprintdistanz auf gar KEINEN Fall unterbewerten, allerdings bin ich ein Mensch, der sich hin und wieder sehr gerne mal auf höchstem Niveau misst. Die „rosa-rote Brille“ ist nicht so meins 🙂 Mit zwei für überraschenden 5ten Plätzen und solider Leistung kam ich wieder nach Hause. Aber der Reihe nach!

Nachdem krankheits- bzw. mehr resultierend daraus, vorbereitungsbedingt die Teilnahme an der ITU Langdistanz-WM in Motala (SWE) abgesagt werden musste, entschied ich mich, zusammen mit meiner Trainerin Wenke Kujala, für die Sprint- und Kurzdistanz Europameisterschaft in Genf (09-12.07.2015). Eigentlich liegen mir diese zwei Formate aufgrund meiner Schwimmleistung weniger gut (bei der Mittel-  sind i.V. zur Olympischen Distanz die höheren Laufkilometer überproportial länger wie die 400 Meter längere Schwimmstrecke);  allerdings bin ich läuferisch in absoluter Topform. Abgesehen davon war ich noch nie in Genf und daher ist das ganze schon mal eine Reise wert!

Am Mittwochnachmittag ging es in einer gut 5.5h stündigen Autofahrt zu meinem „Homestay“ in Commugny (20km nördlich von Genf), wo ich von der Familie Bissig-Gallegos mehr als herzlich empfangen wurde. Großer Dank an Monica, Stephan und ihren 4 „Mädels“, welche im Übrigen die Initiatoren der Charity-Organisation Help-for-Hope sind (der ein oder andere mag diesen Begriff bei mir schon mal gehört haben!)

Tags darauf wartete dann schon das volle Programm: Registrierung, Wettkampfbriefing, Fototermin mit der DTU, Einchecken, letzte Trainingseinheit und offizielle Eröffnung mit Nationenparade. Der DTU Altersklassennationalmannschaft anzugehören hat dann doch schon nochmal einen besonderen Touch (Teilnahme an den internationalen Meisterschaften läuft über Nominierungskriterien). Insgesamt wurden 92 Age Grouper nominiert. Für das gleichzeitig stattfindende Eliterennen trat für Deutschland unter anderem die frisch gebackene deutsche Meisterin über die Sprint-Distanz, Laura Lindemann, an.

Der erste Wettkampf über die Sprintdistanz (750m schwimmen, 20km Radfahren und 5km Laufen) fand am Freitag, 10.07. ab 11.30Uhr in Startwellen statt und war so gesehen, das „warm-up“ für die Kurzdistanz am Sonntag (1,5/40/10 – Start ab 6.30Uhr). Es besteht keine Pflicht, beide Rennen zu bestreiten (15 der 92 Athleten), für mich persönlich war es aber dann doch ein guter Belastungstest für die restliche Saison. Temperaturen um die 30 Grad, wobei ein ständiger, leichter Wind das ganz erträglich machte (für mich, als hitze-resistenten Menschen!)

Was hatte ich mir vorgenommen? Per se keine Platzierung, die Konkurrenz ist zu stark, dafür aber gute Einzelzeiten in den jeweiligen Disziplinen; wenn dann eine Top10 AK Platzierung rausspringt, wäre ich sehr glücklich, ist aber eher Nebenkriegsschauplatz.

Der Kursverlauf beider Rennen war in etwa identisch und wurde im „Rundenformat“ (mal größer, mal kleiner) ausgetragen. Die Radstrecke hatte es mit dem ca. 1km langen, wellen-artigen Anstieg am Chemin de l’impatrice wirklich in sich. Gerade wenn man meint, man ist oben, kommt nochmal eine Rampe. Beim Sprint gab’s das ganze 3*, bei der Kurzdistanz dann noch 2*. Die dazugehörige Abfahrt war sehr schnell und im Laufe des Wettbewerbes durch die Anzahl der Athleten (über 2000) nicht so ganz ohne!

Der Sprint verlief zum Auftakt grandios. Wie üblich eine Aufholjagt, als 10. (AK) aus dem Wasser, mit der 4. besten Rad- und mit der besten Laufzeit (3.57min/km) auf den 5. Platz (von 27) vorgelaufen; 21. Frau im Gesamtklassement (von 268). Dabei war das Rennen (im Hinblick auf die folgende Kurzdistanz) nicht „all out“ und im Großen und Ganzen gesehen noch relativ easy. Sehr glücklich starte ich damit in den 2. Wettkampf. Die Konkurrenz dort veränderte sich, neue“ Athletinnen kamen dazu und 3 der vor mir platzierten aus dem Sprint (u.a. meine Teamkollegin Fraenzi Fleck, die Bronze gewann),  nahmen erneut teil. Daher war das Ganze noch einen Zacken härter !

Dachte ich… Auch hier war mein Rennverlauf ähnlich wie beim Sprint. Als 15. aus dem Wasser und dann wieder das Feld von hinten aufgerollt (8. nach dem Rad).  Die letzten Kilometer auf der Laufstrecke konnte ich richtig geniessen; ein tolles Gefühl für „sein“ eigenes Land starten zu dürfen. Bei Km 9.1 wurde es allerdings nochmal spannend. Meine Platzierung wusste ich nicht, nur in etwa, dass es wieder zu Top 5 reichen könnte. Ich lief auf eine Norwegerin auf und wir lieferten uns für ca. 500 Meter einen Kampf, dann lies ich sie ziehen, weil ich die Startnummer auf ihrem Arm falsch gelesen habe (dachte, sie sei AK30). Tja, sie hat es kapiert, mit einem Finish-Line Sprint hätte es zu Platz 4 gereicht, da uns letztendlich nur 10‘‘ trennten (3. beste Laufzeit).
Egal, nochmal Platz 5 (von 34 – gesamt 27/214) in einer tollen Zeit von 2.19h !!

(c) Jo Kleindl / DTU

Zwischen diesem 4-Tages Marathon hatte ich aber noch genügend Zeit, den Flair der Stadt – und vor allem die Sicht auf den Mont Blanc – zu genießen und eine weitere tolle Erfahrung aufzusaugen!  Das Ganze ist ja dann doch „nur“ Urlaub und da soll der Spaß und das Vergnügungen auf keinen Fall zu kurz kommen!

fontain

Hat ganz viel Spaß gemacht, jetzt freue ich mich aber dann wieder auf die „langen“ Sachen, wo ich meine Laufleistung besser zur Geltung bringen kann. International kann ich mich gut behaupten, auch radtechnisch bin ich sehr zufrieden und mit nur 3.5 Schwimm-Jahren Schwimmen „auf dem Buckel“ geht halt einfach (noch) nicht mehr! 🙂 Der Abstand zum Podium war im übrigen der “Verlust” im Schwimmen.

Ein allerletzes Wort noch zum “Finisher-Buffet” einer offiziellen Europameisterschaft bestehend aus Wasser, Äpfel, Bananen und Orangen: WOW!!

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