10.10. Tour de Tirol / Rückblick 🏆

Für Newsletter Abo, bitte HIER klicken

Lesezeit: 4 Minuten


Was kann es schöneres geben, als ein ganz besonderes und erfolgreiches Jahr in “meinen” Bergen ausklingen zu lassen? So geschehen am vergangen Wochenende bei der 15. Jubiläumsauflage der Tour de Tirol. Diesen Laufklassiker in Söll am Wilden Kaiser wollte ich schon immer mal machen, dieses Jahr passte es einfach wunderbar und im Anschluss warten nun 2 Wochen URLAUB auf mich. Wenn’s läuft, dann läuft’s. 😍
Am Ende noch eine kurze 2020 Zusammenfassung mit der Ehrung bei unserem Landrat, sowie ein Ausblick auf’s nächste Jahr, aber jetzt erstmal die “Reise nach Tirol”:

3 Tage 3 Rennen: 75km / 3.500 Höhenmeter

Beim “weltweit einzigartigen 3-Tages Rennen ging es am Freitag um 17.30Uhr mit dem “Söller 10er” mit 300 Höhenmeter los. Am Samstag um 09.30 Uhr fiel der Startschuss für den “Kaisermarathon” über 42km und 2.345 HM, den Abschluss bildete am Sonntag um 9Uhr der “Pölventrail” mit 23km/ 1.240 HM.
Die Läufe sind im übrigen auch alle einzeln absolvierbar.

Ein bisschen Spaß muss sein: Der Moment als ich realisierte, dass das pinke Band für die Gesamtstarter ist 🙂

FREITAG: Raus aus dem Office, ab in die Sonne

Freitag früh noch die letzten Urlaubs-Erledigungen im Home Office und um 11 Uhr ging es bei gruseligem nasskaltem Wetter ab nach Tirol. Kurz hinter Kufstein kam die Sonne raus und begleitete mich über die 3 Tage. Es läuft wirklich! ☀️

Zudem konnte ich diesen Wettkampf befreit angehen, als “Zugabe” oder “Belohnung“, dennoch war ich mal wieder gespannt wie ein Flitzebogen, mit mächtig viel Respekt vor der Konkurrenz: Insgesamt waren 366 “Gesamtstarter” am Start, davon 76 Frauen (15 in meiner AK). Das ich allerdings auch beim Trail noch ganz vorne mitlaufen kann, hat mir das Wochenende in Schlegeis gezeigt 👌

Die “schnellen” 10km lief ich dennoch sehr entspannt mit angezogener Handbremse und sah es wie beim Triathlon: “Your time will come“. Denn erst am Samstag bzw. letztendlich am Sonntag war das Ziel, meine Ausdauerstärke auszuspielen. Bei 10km auf Anschlag zu laufen um dann vielleicht 1 Minute gut zu machen, macht bei solch einem Event rein gar keinen Sinn; nicht für einen gut eingefahrenen Diesel wie mich😛.

➡️ 42.47 Minuten, 6. Platz Gesamt, 4 Min Vorsprung in der AK, aber nur 3 Minuten Rückstand auf das junge Podium rund um die beiden SCOTT Athletinnen Carola Dörries (DE) und den “Rising Star” Charolotte Dewilde (BEL). Letztere habe ich letztes Jahr in Saalfelden bei meinem mittlerweile berühmten “Verlaufrennen” kennengelernt. Damals konnte ich noch mit ihr mithalten…

SAMSTAG: Meine Lieblingsdisziplin

Der Marathon ist und bleibt meine Lieblingsdisziplin, auch wenn er 2.400 Höhenmeter hat. Nach einer “Einlaufrunde” von 7km ging es über Scheffau, Elmau, die Skiwelt Wilder Kaiser Brixtental auf die auf 1.800 Meter gelegene Hohen Salve.

Nach dem guten Gefühl am Freitag war die heutige Strategie, die Mädels nicht aus den Augen zu verlieren um dann eventuell auf den letzten 10-15 Kilometern nach vorne zu laufen. Am Morgen meldete sich allerdings mein Körper mit Kreislauf- und leichten Magen-Darm-Problemen, ich schob es auf die Nervosität, merkte aber trotzdem bei den ersten Kilometern, das die Lockerheit fehlte 😎 . Ob das gut geht? “The Mind rules the Body“: Ich entschied mich das ganz zu vergessen und mich stattdessen auf was anderes zu konzentrieren:

Landschaftlich war dieser Lauf im Übrigen wohl das schönste, was ich bislang gemacht habe und ich konnte es sogar zwischendurch genießen.

Bild aus der Gondel, als es nach Zielankunft zurück zur Mittelstation “Hexenwasser” ging.

Sportlich war es dann bei 42,5km und 2.400 Höhenmeter (meine GPS-Daten) nicht so ganz ohne… Meine Strategie ging einigermaßen auf, ich startete an 7, konnte mich sukzessive auf Platz 5 vorschieben und überholte zur Halbzeit dann noch Carola die leider keinen gut Tag erwischt hatte und später ausstieg. Das soll es aber dann auch gewesen sein, auch wenn ich am Schluss nochmal richtig Boden auf’s Tagespodium gutmachte. Das merkt man bei einem Berglauf vor allem daran, das man plötzlich wieder jemand in Sichtweite bekommt. Allerdings bin ich gerade die Bergab-Passagen ob des nächsten Tages sehr, sehr vorsichtig gelaufen um die Muskeln nicht zu sehr zu schreddern!


Auf diese Medaille bin ich mehr als stolz. Nach 04.21 Stunden „lief“ ich somit als 4. Frau (+1.20 Minuten) und sogar als 17. Mann über die Ziellinie. Bei einer Bergankunft nach 300 Höhenmeter auf den letzten 1.5km (20%) war es allerdings eher ein Krabbeln 😂.

➡️ Stand vor dem Abschlusslauf: Gesamtwertung auf Platz 4 mit weiterhin 3.5 Minuten Rückstand auf 3 und 7 Minuten Vorsprung auf 5.
Zu diesem Zeitpunkt waren noch 56 Frauen und 218 Männer im Rennen um das Gesamtklassement.

Sonntag: Die letzten 23km dieser Saison – Genuss pur!

Nach über 2.200 Laufkilometern bis dato hieß es: THAT’S IT. Noch einmal das Rennfeeling genießen, nochmal ein kämpfen, noch einmal an seine Grenzen gehen, die mentale Stärke ausspielen und mit Glück noch das (Gesamt-)Podium anvisieren, als gebe es kein Morgen (es ging ja auch um Preisgeld).

Allerdings müssen wir alle erst durchkommen, genau das ist die Krux solch eines Mehrtagesklassiker. Ich fühlte mich am Morgen richtig gut, weitaus besser wie am Samstag, kein großartiger Muskelkater und mit viel Vertrauen und Freude für den Tag.

Um auf’s Podium zu laufen, hätte mit Shelly Shenk (Platz 3) schon viel passieren müssen, so konzentrierte ich mich darauf, meinen 4. Platz nach hinten abzusichern. Mit mir lief die nun 5. Platzierte Bianca Morvillo aus Italien. Ich hatte ihr gegenüber 12 Minuten Vorsprung (rein vom Marathon!), aber sie machte mich etwas nervös und ich blieb auf der Hut. Jedoch schwand mit jedem Kilometer der Verging ihre Chance mir meine “Holzmedaille” noch streitig zu machen. Tja, bis zu dem Punkt, wo es die Single Trails den Berg hinunter ging und: “weg war sie“. Mir sagte zwar mein Verstand, das es fast unmöglich ist, auf 6 Kilometer 10 Minuten rauszulaufen aber ich blieb bis zum letzten Meter auf “Hab Acht” Stellung! Am Ende hat es aber dann weit gereicht (8 Minuten) 🤩 .

➡️ 6. Platz (es war aber eine “Sololäuferin” dabei). 02.21h für 22.7km und 1.250 HM (GPS Link)

Zieleinlauf Pölventrail – Danke Martin Ladstätter 🙂

➡️ Zusammenfassung der Fakten

75´.2km – 3.900 Höhemeter (meine GPS Daten
07.26 Stunden (ich wollte unter 8 bleiben… 😅 )
4. Frau (von 53)
1. Platz AK45 (1.20 Stunden Vorsprung)
12. Mann (es kamen insgesamt 246 AthletInnen ins Ziel)
Beste Deutsche (wir waren die stärkste Nation)
Virtuelle Siegerin ALLER Altersklassen (außer W20🙂)

Ergebnisse

Hierbei möchte ich noch besonders die 55-jährige Edeltraud Thaler aus Italien. Den 10er lief sie in meiner Zeit, den Marathon nur 7 Minuten langsamer und auch beim Pölventrail reichte es mit 02.28 Stunden noch für eine Wahnsinnszeit. CHAPEU!!!

Und ein großer Dank geht an den Veranstalter. Ein topp, topp organisiertes Rennen!!



Rückblick

Schnell geraten Erfolge in Vergessenheit, vor allem wenn einer den nächsten jagt😌. Pro Memoria:

  • Frühjahr: 3 neue Laufbestzeiten über 21.1, 10 und 5km in virtuellen Wettkämpfen auf Originalstrecke
  • Deutschlandsiegerin beim Wings4Life Word Run (Platz 7 Weltweit)
  • 6. Platz beim ersten Profirennen (Duathlon Frankreich)
  • Vize-Europameister Triathlon Mitteldistanz (AK) – (10. Gesamt AK)
  • Doppelpodium beim Schlegeis Skyrace (Vertical und Speedtrail)
  • WELTMEISTER Triathlon Langdistanz (AK) und (6. Gesamt AK)

Alle Erfolge und Presseberichte

Ende September durfte ich zusammen mit unserer Landkreis-Lauf-Ikone Hansi Hillebrand bei unserem Landrat Thomas Karmasin von unseren Erfahrungen und Titeln dieses Jahr berichten. Mit dabei waren “unsere” Bürgermeister Stefan Joachimsthaler und Robert Bals. Es war ein sehr netter Austausch! Danke für die Einladung 😍

(c) Horst Kramer – v.l.n.r: Robert Bals, Thomas Karmasin, Anja Kobs, Hansi Hillebrand, Stefan Joachimsthaler

Ausblick

So, jetzt geht es erstmal in die Saisonpause mit lockerem Training um den Motor am laufen zu halten, Mitte November beginnt dann schon die Vorbereitung für das Jahr 2022 los. Der erste Wettkampf wird wohl die “Bayrische Crossmeisterschaft” Ende November in Markt Indersdorf sein, im Anschluss folgt die Winterlaufserie in Ismaning. Wieder live und in Farbe 😍


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *