05.06. 6h Trailrun ­čąç

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Lesezeit: 6 Minuten


4 Wochen nach dem unglaublichen Erfolg beim Wings4Life Word Run hat die richtige Wettkampfsaison 2021 begonnen. Auf in ein neues Jahr mit der ├ľsterreichischen Meisterschaft im 6h Traillauf in Maria Alm als Spezialausgabe des ÔÇ×Hochk├ÂnigmanÔÇť. Auch hier z├Ąhlen am Ende die gelaufenen Kilometer. F├╝r mich ├╝brigens mal wieder eine Premiere, 6h am St├╝ck eine neue mentale und physische Herausforderung!

Ich konnte das Rennen nach 41km und ├╝ber 3000 H├Âhenmeter in einem ungef├Ąhrdeten Start-/Zielsieg f├╝r mich entscheiden und w├Ąre jetzt ├ľsterreichische Staatsmeisterin ­čśů.
Bevor es zum Bericht und dann einem Ausblick auf das restliche Jahr geht, erlaubt mir bitte vorab ein kleines (C-)Vorwort.

Von Red Bull gab es noch einen ganz besonderen “Pokal” zum W4L.

Der weltweite Corona-Verordnungen-Organisation-Irrsinn

Nat├╝rlich war mein erstes Rennen NICHT in Deutschland!!  Wie auch. W├Ąhrend noch so kleine Veranstaltungen weiterhin ausgebremst und nicht genehmigt werden (k├╝rzlich ein Hobbylauf des TG Victoria Augsburg), macht man sich Gedanken dar├╝ber, wie man in nur 2 Wochen “mehrere 1000 Zuschauer” zu einem Fu├čballspiel einl├Ądt und ein Public Viewing organisiert. Das liebe Geld … und/oder die Wahlen… ?!

Au├čerhalb Europas ist das Wettkampfgeschehen schon seit Wochen in vollem Schwung (USA, Asien, Australien, ├Ąh ├╝berall….) ­čĺ¬ . Au├čerhalb Deutschlands ist auch schon richtig Pep drin: Letzte Woche ging es bei der Challenge St. P├Âlten (Triathlon Mitteldistanz) mit insgesamt 1700 Teilnehmer zur Sache. Umso verwunderlicher, das ÔÇ×meineÔÇť Veranstaltung am Hochk├Ânigmann mit max. 500 Teilnehmern ├╝ber mehrere Bewerbe nicht in der Form genehmigt wurde: Ich wollte beim Skyrace ├╝ber 33km und 2700HM teilnehmen. Der im Trailrun extrem engagierte Veranstalter, Thomas Bosjnak, bekam aber wenigstens die Ausnahmegenehmigung f├╝r die Meisterschaft im 6/12/24h Trailrun. Ich glaube auch hier spielt Geld und Macht eine Rolle: die ÔÇ×Challenge FamilieÔÇť ist ein gro├čes kommerziell gef├╝hrtes Unternehmen, wie auch die Marke IRONMAN, “Steuereinnahmen” k├Ânnte das Stichwort sein­čśö .

Thomas Bosjnak – Ein Garant in der ├Âsterreichischen Trailszene

Nun gut, das sportliche soll ab sofort wieder ausschlie├člich im Mittelpunkt meiner Berichterstattung stehen. ├ťber gute Hygienekonzepte und die unglaubliche Willenskraft aller Veranstalter habe ich mich letztes Jahr zu gen├╝ge ausgelassen. Es wird auch in den kommenden Monaten unser Thema sein.  Was neu ist: bei Abholung der Startunterlagen muss ein negativer Antigentest vorgelegt werden.


Der Wettkampf: Eine 6,5km Runde mit 440 H├Âhenmeter ..

Die Runde. Kehrtwende am Speicherseen in Natrun auf 1250 m.├╝.M

ÔÇŽ galt es zu bew├Ąltigen. Und zwar so oft, bis 6 Stunden um waren. Als Ergebnis (“gelaufene Kilometer“) z├Ąhlt dann die zuletzt ├╝berquerte Zeitmatte zusammen mit der bis dahin gelaufenen Zeit. Es gab neben den Startdurchlauf weitere 4 Messpunkte bei km 1 (70HM), 2.2 (290HM), 3.4 (434HM) und 4.8 (434HM) und somit muss man sich kurz vor Ablauf der 6h ├╝berlegen, ob man es noch zur n├Ąchsten schafft... Gut, dass ich im kreiseln ge├╝bt binÔÇŽ ­čĄę

Was hatte ich mir vorgenommen: 6 Runden, d.h. ca. 40km (ca. 9min pro KM), was f├╝r diese Topographie realistisch ist. Da die H├Âhenmeter auf den ersten 3,5km anfallen, entspricht das Ganze einer durchschnittlichen Steigung von rund 14%.

Endlich wieder “Mann gegen Mann” und richtiges Wettkampffeeling

Der Startschuss f├╝r die “6 Stunden” (├ľsterreichische Meisterschaft und freie Bewertung) fiel bei ca. 20 Grad und Sonnenschein um 10 Uhr im Zentrum von Maria Alm (800 ├╝.M.): 15 Athleten wurden auf die Strecke geschickt, davon 6 Frauen.
Schad’ dass das Angebot nur so sp├Ąrlich angenommen wird. Da beschweren sich die Leute wegen Corona und wenn es dann zur Sache geht, ist keiner fit genug. Es gab neben den 6 Stunden noch ein 3 Stunden Hobbybewerb sowie die 12h und 24h Rennen. Alter Schwede…

Der Teufel liegt im DetailRennbericht

Da die Runde nicht so wirklich alpin war, startete ich mit meinen leicht profilierten Stra├čenschuhen, da diese immer einfacher zu laufen sind, wie klobige Trailers. Bei Ultral├Ąufen ist ein “Schuhwechsel” nichts un├╝bliches und durch meine Triathlonerfahrung sowas wie Alltag. Ich musste aber dann nicht wechseln, weil der angek├╝ndigten Regen ausblieb. Daf├╝r war es wieder richtig hei├č:

Zum Gl├╝ck war die Verpflegung durch das in etwa st├╝ndige Wiederkehren (im Schnitt 50-53′ pro Runde) nach Maria Alm auch kein Thema: f├╝r jeden Starter gab es eine fest vorgesehen Platz, an dem man seine Box deponieren konnte.

Somit voller FOKUS auf das Rennen: Durch die Schlaufe hat man seine Gegner immer fest im Blick, ob einem das jetzt gef├Ąllt oder nicht. Gleich zu Beginn war ich die erste Frau, vor mir eine Handvoll M├Ąnner. Als ich das erste Mal am See oben ankam, diesen umrundete, hatte ich bereits einen Vorsprung von 15 Minuten! Geht das gut?

Die erste Runde absolvierte ich n├Ąmlich auch in nur 46 Minuten. Zum einen war mir klar, dass das nicht so weiter geht (obwohl ich meinen Puls konstant unter 160 gehalten habe), zum anderen war mir auch klar, das es MEHR wie 6 Runden werden und musste mich daher mental schnell umstellen.

Meinen Vorsprung baute ich nach 2 weiteren Runden auf 4 Kilometer aus und meine Gedanken nach der H├Ąlfte der Zeit: Bring es einfach nur ins Ziel. Du hast NOCH 3 Stunden, auf denen viel passieren kann.

Nach 5 Runden (diese sogar in 48 Minuten) stand die Uhr erst bei 4.17 Stunden, die L├Ąuferinnen auf Platz 2 und 3 waren ├╝berrundet und nach Berechnung sollte ich locker noch 2 schaffen, aber dann….

Umrundung am Speichersee in Natrun

… kam der Schockmoment ­čśč

Runde 6. Ich war gezeichnet und zwischen km 1-2 (der steilste Teil) ging es mir nicht nur schlecht, sondern richtig schlecht. Die Hitze dr├╝ckte, mein Kreislauf war im Keller, ich rechnete jeden Moment mit dem Kollaps. Was macht man dann? Erstmal aufh├Âren zu jammern und dann Schritt f├╝r Schritt, einfach weiter, immer weiter. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits 2 L├Ąuferinnen ├╝berrundet, diesen Sieg wollte ich mir nicht mehr nehmen lassen. Endlich mal wieder oben am See angekommen, stellte ich mich auf dann nur noch auf eine weitere Runde (d.h. insgesamt 6,5) ein, mir war n├Ąmlich auch klar, das meine Muskeln auch schon ziemlich am Ende waren. Da hilft auch ein Bergtraining am Oberbayerischen Andechser “Berg” relativ wenig. Bergab wirken so immense exzentrische Kr├Ąfte!

So war es kein Wunder, das ich mich im Downhill “verstieg” und einen heftigen Krampf bekam, das erstmal gar nichts mehr ging. Das kann man sich nicht unbedingt vorstellen, aber dadurch kann ein Rennen ganz, ganz schnell und pl├Âtzlich vorbei sein.

Was macht man dann – Teil 2: RUHIG bleiben, locker traben, entspannen und siehe da, der Krampf war nach 5 Minuten wieder weg. Am Ende von Runde 6 zum Durchlauf in Runde 7 hatte ich dann auch wieder ein lustiges und motivierendes Erlebnis, welches durch das Video meiner beiden Begleiter und treuen Unterst├╝tzer aus Alling (Helga und Heinz Bauernfeind) ganz gut wiedergegeben wird. Einfach nur anschauen, und wirken lassen ­čśů

Herrlich…

Happy End nach 41km ­čśŹ

Nach der krassen 6ten Runde in 65 Minuten stand die Uhr bei 5.22 Stunden. Nochmal den Berg hoch? Oh Neeeiiin.. Aber mir blieb nichts anderes ├╝brig ­čśů. Die Runden zuvor schaffte ich ihn 32-35 Minuten bis zur Messmatte am Speichersee (3.4km), f├╝r ein weiteres Mal fehlte dann aber definitiv die Kraft, so “genoss” ich das Ende bis zur 2.2km Marke und beendete das Rennen offiziell nach 5.46 Stunden, 41km und ├╝ber 3000 H├Âhenmeter!

Erneut habe ich meinen K├Ârper kennengelernt. Erneut aufs Neue. Und erneut ein gro├čer Dank an ebenjenen. “Life beginns end the end of your comfort zone”, es macht einfach immer wieder Spa├č, die Grenzen auszuloten und zu erweitern. Muss man das verstehen? Nein! Aber ich verstehe auch nicht alles auf dieser Welt.

Mitunter bislang das H├Ąrteste was ich gemacht habe. Da ist jede Triathlon-Langdistanz einfacher.

Schmerz vergeht, Stolz bleibt…
Mein Ergebnis wird noch angepasst, da ich “schon” nach 41km bei Messmatte 2.2k das Rennen beendete und nicht mehr bis ganz oben gelaufen bin. Update folgt. Eine Richtigstellung ist mir aber wichtig!
LINK

Ausblick ­čĄŚ mit zur├╝ck erk├Ąmpfter Schwimmform

Bis zum August habe ich wieder ein sch├Ânes Sammelsurium an tollen Rennen. Ich m├Âchte mich nicht einfach nur auf eine Disziplin beschr├Ąnken, ich wiederhole mich…

  • 19.06: Laufnacht Regensburg – 5.000m Bahn (als Trainingstempospritze)
  • 27.06: Challenge Walchsee ÔÇô ETU Europameisterschaft Triathlon Mitteldistanz
  • 11.07.: Powerman World Series: Embrun ÔÇô Duathlon Mitteldistanz
  • 24.07: Schlegais 3000 Skyrace: Trailrun 34km / 2400HM
  • 15.08: Powerman World Series: Alsdorf ÔÇô Deutsche und Europameisterschaft Duathlon Mitteldistanz *)

*) noch nicht final genehmigt. Weil, ja genau, in Deutschland…

Den Herbst entscheide ich dann zu gegebener Zeit ­čśë

Ein Schlusswort zum schwimmen: Die B├Ąder in DE sind seit 01.11 zu. Seit 21.05 haben – wo m├Âglich – Freib├Ąder offen (ohne Duschen, etc.). “Either ACT or FORGET”, daher war ich Mai zweimal in der Schweiz und habe mir in 7 Schwimmtagen, 12 Einheiten und 36km meine Schwimmform zur├╝ckgeholt. Ich hatte es einfach satt. Im ├ťbrigen waren die B├Ąder dort “nur” vom 21.12-19.04 geschlossen.

Liebe Gr├╝├če, Eure Anja

Happy Anja in ihrem Lieblingsland

So ist es… Danke Sport Ruscher – f├╝r alles

8 comments

  1. Sehr guter Kommentar!!
    Zu den Sportveranstaltungen in Deutschland zwecks Corona auf den Punkt gebracht.
    Fussball, gemischt mit sehr sehr viel Geld, die Wunderwaffe gegen Corona!!!
    Aber die wirklichen Sportler haben ja das “Lobby”
    Nicht.
    Geld regiert Die Welt und auch Corona !
    Gel maggus!!!
    Mama

  2. Liebe Anja,
    herzlichen Gl├╝ckwunsch zu deiner gro├čartigen Leistung.
    Wir sind sehr Stolz auf Dich!!!!!
    LG Sissi und Gerd

  3. Liebe Anja,
    echt eine unglaubliche Leistung die du und auch die (leider wenigen) anderen da vollbracht haben. Ich habe sowas vorher noch nie live verfolgt und war wirklich beeindruckt. Da wir dich ja in nahezu allen Streckenteilen anfeuern und fotografieren wollten, mussten wir uns auch etwas sportlich bewegen, was uns auch nicht geschadet hat.
    Nochmal herzlichen Gl├╝ckwusch zu dieser tollen Leistung und deinem Sieg!

    Liebe Gr├╝├če, Helga und Heinz

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