17.06. Triathlon Lauingen / Bayr. Meisterschaft
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17.06. Triathlon Lauingen / Bayr. Meisterschaft

“Wieder da” 🙂 
Nach knapp 2 Jahren sollte dann auch ich beim Lauinger Triathlon ĂŒber die Mitteldistanz wieder in das Geschehen eingreifen. Der letzte Dreikampf lag mit dem Ironman ZĂŒrich am 24.07.2016 doch schon ein wenig zurĂŒck. Inzwischen hatte sich einiges getan bzw. ereignet, inkl. einem Trainerwechsel und so war ich schon sehr gespannt auf das „Comeback“. Die Trainingsabstimmung der drei Sportarten ist ja sehr spezifisch und nur weil man meint, irgendwo Fort-/RĂŒckschritte (bei mir: swim+Rad/Lauf) gemacht zu haben, heißt das fĂŒr einen Wettkampf noch lange nichts.

Die Erwartungen nach meiner anfĂ€nglichen EnttĂ€uschung ĂŒber die Leistung in Augsburg wollte ich dieses Mal nicht zu hoch setzen, letztendlich ist es doch „nur“ ein Trainingswettkampf zur EM-Vorbereitung. Zumal in Lauingen dieses Jahr die Bayerischen Meister ĂŒber die Mitteldistanz gekĂŒrt werden, dĂŒrfte die Konkurrenz nicht zu knapp sein. Zum Thema “Meisterschaften” könnt ihr auch gerne meinen etwas lĂ€ngeren (Meinungs-)Exkurs am Ende lesen. Ich hatte richtig Fun beim schreiben 🙂

Soviel vorab: Mit einem 3. Gesamtplatz und dem 1. Platz in der AK 40 (somit Bayerische Meisterin) ist mir das gelungen, obwohl die Allinger Partyhasen gestern wohl eine “Feier-Meisterschaft” austrugen und mein Schlaf eher unruhig war 🙂 Dazu auch spĂ€ter mehr.

Der Titelkampf
Startschuss fiel um 9 Uhr ĂŒber 2.100m Schwimmen, 80km Radfahren und 20km Laufen (meine Garmindaten lieferten mir allerdings kĂŒrzere Distanzen!). Das Wetter war mit sommerlichen Temperaturen um die 20C und leicht bedeckten Himmel wie gemacht fĂŒr mich. 126 AthletInnen (davon 19 Frauen) stĂŒrzten sich in den Auwaldsee um die 3*750 Meter (mit Landgang) in Angriff zu nehmen. Ich konnte relativ bald mein Rhythmus finden und „schwamm mein Ding“. Nach 36 Minuten beendete ich mehr als zufrieden, als 4. Frau Gesamt, die erste Disziplin und freute mich auf die 80km mehr oder wenig flache Radstrecke. Das versprach Tempo 🙂 . Diese vier Runden verliefen relativ unspektakulĂ€r, waren ziemlich öde, das entscheidende dabei war, nicht zu ĂŒberziehen (zumal mein Leistungsmesser mal wieder ausfiel und ich mich auf mein GefĂŒhl verlassen musste!). Auch hier war ich mega zufrieden, das (harte) Wintertraining hat sich ausgezahlt, im Mittel 36km/h ist fĂŒr mich wirklich prima und ich kann endlich nach dem Auftakt vorne auf Schlagdistanz mithalten!  Bei der Einfahrt in die Wechselzone ist mir mein Hinterrad rausgebrochen, der Schnellspanner war wohl locker. Perfektes Timing, hĂ€tte auf der Strecke wirklich saudumm ausgehen können 🙁

Das Laufen verlief dann leider wieder nicht so nach Plan, aber da fehlen einfach noch die Laufkilometer aus dem „Nerv-Winter-Desaster“, so konnte ich meinen 3. Platz „nur“ halten. Beim Wechsel war ich nach wie vor 4. Frau gesamt, aber eine Dame stieg angepisst aus dem Rennen aus, weil sie nur 2. war. Nun gut, mit dieser Einstellung werden wir sie in Zukunft nicht mehr so oft sehen. „Wer kĂ€mpft kann verlieren, wer es nicht tut, hat es schon“. Ich habe mich auch durchgekĂ€mpft, obwohl mir das Laufen mal wieder extrem schwer fiel. Hatte aber trotzdem die 2 schnellste Laufzeit đŸ™‚ Na wartet, bis ich wieder richtig da bin J #ATTACKE Ach ja, die Zeit: 4.19,10h. Der Plan war 4.28h 🙂

Fazit/Ergebnis:
Comeback gelungen, mit dem Ergebnis kann man arbeiten, auch wenn in meiner Altersklasse leider nur 3 Konkurrentinnen  am Start waren und das Feld insgesamt eher klein; nachdem mir meine extrem heftige Selbstkritik immer so angelastet wird: Ja, ich weiß, oben wird die Luft dĂŒnn, egal, ob im Sport, im Job, in der Politik oder auf dem Berg 🙂  Auf Basis der kĂŒrzlich stattgefundenen Leistungsdiagnostik arbeiten wir nun am Laufen. WĂ€re doch auch irgendwie langweilig, wenn man nichts zu verbessern hĂ€tte 🙂

Ergebnisse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Allinger Feier-Meister …
… sollten auch gewĂŒrdigt werden 🙂 Als ich um 5.45Uhr mein Haus verließ, torkelte wohl einer der letzten Feiermeister nach Hause. Der Ort des Geschehens, war der beste Allinger Partyort schlechthin, der “Gasper-Hof”, ca 100 Meter Luftlinie von meinem Schlafzimmer entfernt. So entwickelte sich auch meine Nacht zu einer “durchzechten” 🙂 Im Prinzip finde ich es super, wenn die jungen Leute lustig sind und den LEH unterstĂŒtzen, kann ja nicht jeder so bekloppt sein wie ich. Aber sagt es mir vorher !!! Ich bin kein Party-Crasher (Polizei), eher ein Fan von “Reden” 🙂
Und ja, fĂŒr Eure “Kater” habe ich heute etwas Schadenfreude 🙂

 


Und nun mein Meinungsexkurs 


  in die Meisterschaftswelt des Triathlonsports im Altersklassenbereich (PROs explizit ausgenommen!):

Es gibt verschiedene DM/EM/WM’s. Die offiziellen sind aber „nur“ die der Deutschen/EuropĂ€ischen/Internationalen Triathlonunion (DTU, ETU, ITU), so z.B. die ETU EM in Madrid, oder auch die Duathlon WM in Zofingen. Dann gibt es die EM/WMs der kommerziellen/kapitalistischen Veranstalter, d.h. der Marke „Ironman“. Die Langdistanz-WM auf Hawaii ist natĂŒrlich aufgrund der Historie DIE WM schlecht hin, aber eben nicht auf Verbandsebene organisiert (alleine die Tatsache, dass man sich jetzt auch schon bei ausgewĂ€hlten Ironman Mitteldistanzrennen fĂŒr Hawaii qualifizieren kann, beschreibt die Armseligkeit der Zunft). Letztendlich hat sich auch die andere große kommerzielle Triathlonmarke, die „Challenge Family“, dazu entschlossen, auf Mitteldistanzebene ihre „Champhionships“ auszutragen, wofĂŒr man sich bei einem der Challenge-Rennen qualifizieren kann (genauso wie bei den Ironman Meisterschaften). Ob man sich hier dann als „Weltmeister“ betitelt, muss jeder fĂŒr sich selbst wissen (das Ego in dem Sport ist groß), genauso wie mittlerweile jeder Hinz und Kunz meint, er muss eine Langdistanz machen. Ich wĂŒrde Zeitkappungen per Altersklasse einfĂŒhren, alleine schon als medizinischen Selbstschutz fĂŒr die Athleten; das nur am Rande.

Zudem kann man die “Slot-Vergabe” bei den Ironman-WM’s in Frage stellen. Diese werden pro Rennen (i.d.R 40 StĂŒck) per w/m und AK aufgeteilt. Bspw. könnte man kategorisch einen Weitergabe der Slots ab Platz x (z.B. Top 5  Damen, 8 MĂ€nner) unterbinden, zu einer WM sollen nun mal nur die Besten der Besten fahren. Das wĂŒrde vllt. auch der zunehmenden Windschattenproblematik Einhalt bieten, aber halt, nein, nicht der Finanziergier der chinesischen Wanda Group (Ironman) 🙂 Bei besagter Hawaii-WM tummelt sich mittlerweile meines Erachtens nur noch der erlauchte Kreis der Besserverdienenden, nicht aber die Besten! Ja, ich selbst war auch noch nicht auf Hawaii. Zum einen habe ich erst eine Ironman Langdistanz bestritten, zum anderen war ich dort “nur” 4 (ZĂŒrich 2016), d.h. einfach damals noch nicht gut genug, das muss ich akzeptieren und daran arbeiten! Die direkte Quali geht i.d.R. bis Platz 3, aber eben durch NachrĂŒcken und viel GlĂŒck kann man auch noch mit Platz 14 dorthin fahren (ich hĂ€tte in ZĂŒrich den Slot damals nĂ€mlich doch bekommen). Aber abgesehen davon will ich gar nicht nach Hawaii; Kasperletheater kann ich hier auch haben 🙂 Mir wurde mal vorgeworfen: “Du warst ja noch nicht mal auf Hawaii und Du meinst, eine gute Triathletin zu sein?”. Hmm, also ich muss noch verstehen, warum eine 4. Platzierte die nicht nach Hawaii fĂ€hrt schlechter ist, als eine 14. Platzierte mit GlĂŒck. Entbehrt jegliche Logik.

Nun gut, fĂŒr die offiziellen Meisterschaften muss man sich ĂŒber die jeweiligen VerbĂ€nde per Leistungsnachweis qualifizieren und wird anschließend nominiert. Diese Qualifikation ist in der Regel aber weniger das Problem, da es eben so viele „Meisterschaften“ bzw. WettkĂ€mpfe insgesamt gibt und die jeweiligen nationalen VerbĂ€nde ĂŒber eine große Anzahl von StartplĂ€tzen verfĂŒgen. Wenn also ein Athlet auf unserer Show-Platform Facebook groß posaunt, er wurde z.B. von der DTU fĂŒr die EM nominiert, kann ich allerdings auch da immer nur mĂŒde lĂ€cheln

Dass die VerbÀnde in der Regel mit der Challenge Family zusammenarbeiten hat damit nichts zu tun, sie sind in dem Fall nur der Ausrichter der Veranstaltung.

Und um es komplett zu verwirren… Die ITU trĂ€gt, warum auch immer, keine Weltmeisterschaft ĂŒber die Mitteldistanz aus. Daher ist die “70.3 WM” (der Marke Ironman) wohl, bzw. deswegen, als die “offizielle” WM zu bezeichnen (ich konnte mich hier z.B. in 2014 & 2017 fĂŒr Kanada/Australien qualifizieren und plane das fĂŒr 2019).

FĂŒr mich persönlich bleiben die offiziellen (traurig genug, das man das erwĂ€hnen muss) Meisterschaften das Maß der Dinge und ich freue mich immer ĂŒber große Konkurrenz. Auch bin in der Meinung, dass Altersklassen, weniger als 5 Athleten, mit der nĂ€chsthöheren zusammengefasst werden sollten. In Madrid könnte das aufgrund der Entfernung – neben der RennhĂ€rte (171 Radkilometer mit 2200 Höhenmeter) – vermutlich ein Ă€hnliches Trauerspiel werden, was auch daran liegt, das sich die Challenge Family und der ursprĂŒngliche Ausrichter der EM in Regensburg (im Herzen von Europa) ein Kasperletheater vom Feinsten geliefert und das Ganze auf dem RĂŒcken der Athleten ausgetragen haben. Das ist aber ein anderes Thema 🙁 Ich versuche bei Erfolgen wenigstens immer die Anzahl der Konkurrentinnen zu erwĂ€hnen um das Ergebnis realistisch darzustellen.

Wie auch immer, all das genannte macht den Sport kaputt und ist, wie gesagt, meine Meinung! Happy to discuss. Freunde mache ich mir damit vermutlich auch nicht, aber auch das ist mir egal, ich kann dafĂŒr jeden Morgen mit gutem GefĂŒhl in den Spiegel gucken 🙂

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