M-Net Mitteldistanz in Erlangen

Saisonhöhepunkt mit dem Hauptwettkampf und ein Wahnsinns Rennen. Ein 9. Gesamtplatz in 4.43.57h und 3. Platz in der AK35 – mit etwas Dramaturgie beim laufen (!). Aber der Reihe nach:

4. August 2013, Mitteldistanz bei M-Net Triathlon in Erlangen über 2km schwimmen, 80 Radfahren und 20km laufen. Wie sehr hatte ich mich auf diesen Tag gefreut und natürlich vorbereitet bzw. vorbereiten lassen. streckenplan

Tattoo

Im Vorfeld war das Ziel: durchkommen und wenn möglich unter 5h zu finishen; ca. 48min schwimmen, 2.30 Rad, 1.36 laufen. Mehr wollte ich mir nicht vornehmen, in dieser Zeit kann viel passieren und man sollte der Distanz – vor allem beim ersten Mal – gehörend Respekt entgegenbringen.

Das Schwimmen, nicht meine Paradedisziplin, hat aber mal wieder viel Spaß gemacht. 1km Flussabwärts mit dem Strom, 1km Flussaufwärts – jawohl – gegen den Strom. Ich empfand es jedoch als nicht so störend. Oder lag es daran, dass ich nach ca. 1.3km endlich 2 Jungs gefunden hatte, wo ich mitschwimmen konnte? Nach 44.21min und als 27. (von 78 – es waren über 100 gemeldet) stieg ich aus dem Wasser. 4min unter der anvisierten Zeit, geht ja gut los! Und diese Schwimmplatzierung freute mich im Nachhinein am meisten; bislang war ich doch eher im Mittelfeld zu finden.

Auf dem Rad fühlte ich mich pudelwohl. Die ersten 40km durch das schöne Frankenland konnte ich mit einem Schnitt von 34km/h und einer Durchschnittsleistung von rd. 170W fahren. Einziger Wermutstropfen war ein Stück verlorener Riegel, der mir beim „Kampf“ mit einem geistig umnachteten Taxler runtergefallen war. Wenigstens war ich mental voll da! Auf diesen Riegel habe ich mich schon seit dem Morgen gefreut; das einzig leckere neben den unzähligen Gels. Geht es doch nur am Anfang noch einigermaßen mit der festen Nahrung

Die Stimmung am Berg bei Heppstätt war gigantisch. Berge haben wohl was Magisches; den Rest der Runde fährt man überwiegend alleine. Außer Jungs, für die gilt das Windschattenverbot offensichtlich nicht.

Dann kam die zweite Runde und etwas Anspannung, ich wusste ja wirklich nicht was passiert. Zudem brauchte ich meine Beine ja auch noch fürs laufen… Der Wind hatte aufgefrischt, km 40-55 waren extrem zäh. Km/h und Watt nach unten, ich fühlte mich immerhin – und zum Glück – noch gut. Nach 2.24.12h (inkl. Wechsel, da die Zeit ohne Wechselzeit direkt nach dem Schwimmen und direkt vor dem Laufen genommen wird) kam ich ins Ziel; die zweite Runde ca. 1.5km/h langsamer. Dennoch, schon wieder über Soll (6minuten), was mir die 9. Beste Radzeit) bescherte. Perfekt.Pokal

Kurz nach dem Laufstart rief mir ein Helfer den 13. Rang zu. Auch nicht schlecht. Geht da noch eine Top 10 Platzierung? Der Verstand sagt: Anja, Du kannst laufen, als tue es und ja, Top 10 wird klappen. Die ersten 8km waren sehr entspannt in 4.45min/km – was ich mir ehrlich gesagt auch vorgenommen hatte. Dann wechselte es allerdings in „es wird hart“, mit dem Höhepunkt ab ca. km14. Der 15. Km beispielsweise in 5.36min. Ouch! Über 5min bin ich noch nie in einem Wettkampf gelaufen (nicht mal im Marathon!). Zu diesem Zeitpunkt waren die Beine kollabiert. Nada, Niente, Nothing. Ich war kurz vor‘m gehen; DAS GEHT GAR NICHT! Der Kopf, das stärkste Stück an meinem Körper, wurde an seine Daseinsberechtigung erinnert: Meine Willensstärke. Das Schweizer Uhrwerk wurde angeschalten: Kontinuierlich im gleichen Tempo bis 8 zählen (weiter geht die Konzentration nicht), nach diesem Takt laufen und die Arme schön frequent und taktgebend mitschwingen lassen. So wurde ich gerettet und 500m vor Schluss hat mich dann noch ein netter Mann „mitgenommen“, sogar zeitweilig mit „Bleib dran“ angepeitscht. Wenigstens nochmal 1km unter 5min. Geht doch. Die 6. Laufzeit hat mich so auf den 9. Platz manövriert. An was es lag, weiß ich noch nicht. Eventuell energetisch; ich hatte beim Laufstart ein Gel verloren, zudem die Riegel-Panne, war doch  die Versorgung bis auf den letzten Kohlenhydrat genau durchgeplant. Oder die erste Radrunde zu hart? Oder schlicht und einfach die Tatsache, dass es die erste Mitteldistanz war und mein Körper Zeit und viel Wettkampferfahrung für diese Belastung benötigt?!?!

Jetzt egal. Ich habe es geschafft, die erste Mitteldistanz beendet!

Schon beim Laufen war ich froh, dass meine Trainerin für mich vor ein paar Wochen entschieden hat, dass die erste Langdistanz erst in 2015 stattfindet. Da ist noch ein hartes Stück Arbeit notwendig. „Finishen kannst Du schon jetzt, das WIE ist aber die Frage“. Daher erst mal viel Grundlage trainieren und auf der Mitteldistanz gut werden. Das ist der Plan – und das Ziel.

Saisonhöhepunkt, Zeit Bilanz zu ziehen: 4 Triathlon-Starts, 3* Top10, 4* AK Platzierung. Von den Laufwettbewerben mal abgesehen. Ich bin SEHR zufrieden!!!

Am 1. September geht es zu meinem ersten internationalen Wettkampf bei der Challenge Walchsee. Das wird dann kein Zuckerschlecken mehr, dafür mal eine gute Positionskontrolle auf dem Weg nach (z.B.) Alcudia IM 70.3 im Mai 2014.

Fotos (folgen)

ankobs

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