27.06. EM Walchsee 🥈

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Lesezeit: 4 Minuten
Aktualisiert 01.07. (Foto)


Europäische Meisterschaft (ETU) über die Triathlon Mitteldistanz (offizielle EM *) im Rahmen der CHALLENGE WALCHSEE. Ein Multisport-Event (inkl. Aquathlon und Aquabike und offener Wertung) mit gut 1.500 AthletInnen. Was für ein Erlebnis 🤩 .

Die Antwort auf die entscheidende Frage vorweg: „Ja, ich HATTE mit dem Triathlon aufgehört. Nachdem ich aber im letzten (chaotischen Corona-)Jahr in Podersdorf wieder so viel Spaß daran hatte, habe ich meine Entscheidung erstmal revidiert“. Punkt, und dazu stehe ich. Ich war mal eine Zeitlang ziemlich ausgebrannt, was dann zum Ende geführt hat, aber die Gründe für dieses ausgebrannt sein, lagen (leider) ganz wo anders und sieht seit langem passé 😍 .


EINE MISSION

Wenn man meine lange Liste an Erfolgen studiert, fällt einem eines auf: Ein EM-Titel fehlt noch im Sammelsurium der letzten 10 gigantischen Jahre (es gab bislang “nur” zwei 3. Plätze). Und so schickte ich mich an, dies zu komplementieren. Zwar bin ich bekanntermaßen seit gut 2 Jahren auf richtigem gutem Kurs, doch hing mir der Erfolg am Fuß des Hochkönigmannes in den Knochen und Gliedern. Die Regenerationsarbeit war eine ziemlich harte Nummer und erst 10 Tage später fühlte ich mich wieder hergestellt 🙄 , dass hieß aber im Umkehrschluss dann auch nur noch 10 Tage bis zum Showdown. Die angekündigten 5.000m in Regensburg ließ ich natürlich aus, um mich vollkommen auf die Mitteldistanz über 1,9km schwimmen, 90km Radfahren und 21.1km Laufen am schönen Walchsee in Tirol zu konzentrieren.

Eine Woche zuvor war ich sehr guter Dinge, ich hatte eine geniale Trainingswoche hinter mir 💪, jetzt hieß es nur noch “liefern”:

Ich kann auch Triathlon: Vize-Europameisterin 🥈

Das Ergebnis nehme ich vorweg. Nach 4.43,17 Stunden überquerte ich die Ziellinie, was im Kontext der Frauenkonkurrenz bedeutet:

  • Platz 2 Altersklasse 40-45 (AK45) (von 10 Finishern)
  • Platz 27 Gesamt (von 108, inkl. 21 Pro-Athleten), wobei einige AK-Ladies schon echt stark unterwegs waren.

🏊‍♀️ Schwimmen: 1.85km – 35Minuten – 1.53’/100m
🚴‍♀️ Rad: 82.20km – 02.32h – 32.4km bei 1.100 Höhenmeter
🏃‍♀️ Lauf: 20.82km – 01.32 – 04.25’/km
T1/2: 4Minuten
Gesamt: 04.43,17 – (40Min schneller als vor 8 Jahren)

Die AK 35 hätte ich z.B. gewonnen, dafür wäre ich in der AK50 nur Dritte geworden. Das Feld ist schon echt stark! Dazu gab es noch eine offene Wertung. Hier hätte ich ab AK35 alles gewonnen, aber das nur am Rande.

Alle Ergebnisse

Das Rennen en Detail: Schnelle Abfahrten und ein Schweizer Uhrwerkslauf

Ich bin mittlerweile bei Rennen sehr entspannt. Ich will Spaß haben, eine solide Leistung abliefern und wenn am Ende dann was dabei rumkommt umso besser. Beweisen muss ich mir gar nichts mehr und für eine gute Renneinteilung habe ich Erfahrung én Masse. 😁

Der Kurs ist mir nicht unbekannt und liegt mir. 2013 (mein 2. Triathlon-Jahr) war ich bereits zu Gast und belegte damals nach 5.23h in meiner zweiten Mitteldistanz überhaupt auch den 2. Platz der AK 35 (28. Gesamtplatz). Damals war es aber keine EM und die Radstrecke seither etwas modifiziert.

Start für die Altersklassenathleten der EM war um 9.00 Uhr bei sehr sommerlichen 25 Grad (später 30C+), genau mein Wetter und mit C-konformen Einzelstart, das ist auch ok für mich, obwohl mir der Massenstart beim Triathlon eigentlich einen Kick gibt. Aber egal, ich war gut drauf und zuversichtlich. Dass ich mir meine Schwimmform nach dem Lock-Down relativ bald in einer „Nacht & Nebel-Aktion“ zurückholte, hatte ich ja das letzte Mal beschrieben.

Nach der 1.9km-Runde im Walchsee (35Minuten) ging es mit dem Rad östlich auf der B172 (natürlich gesperrt) bei Niederbichl rechts weg, eine Schleife nach Schwendt mit der ersten brisanten Abfahrt über Kössen zurück nach Walchsee, dort wird dann über Rettenschöss und Brand eine weitere fiese Runde gedreht. Zweimal das Ganze, so das man hier über gute 1.100 Höhenmeter spricht. Vor allem technisch sehr anspruchsvoll, aber machbar. Die steilen Abfahrten haben es in sich, da geht es ziemlich zur Sache: 73.6km/h Max 🙈
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr zufrieden mit meinem Rennen! Es lief prima…


2. Luft auf dem Laufkurs – kurzzeitig hinter Anne Haug 😅

… als ich zum Laufen in den Rundenkurs einbog, lief ich die ersten 200 Meter mit Anne Haug (letzte Runde) und spätestens da wusste ich, das es ein sehr gutes Rennen wird! Die Pro’s sind gute 35 Minuten vor uns gestartet und somit war mir klar, dass ich max 40-45′ hinter der erste Pro Frau über die Ziellinie laufen kann. Das ist gut!
Insgesamt war der abschließende Halbmarathon über 4 Runden um den Walchsee, auch mit über 100 Höhenmeter, mal wieder sehr konstant. Das Schweizer Uhrwerk läuft gigantisch.

Mehr als glücklich überquerte ich die Ziellinie und wurde gleich von meiner Mama, die in die “Race-Bubble” durfte (negativer Test) in Empfang genommen. Auf Platz 1 fehlten mir 4 Minuten, Sandra Dänzer aus der Schweiz, ist nochmal eine Hausnummer!


Fazit & Ausblick

Wieder richtiges Wettkampffeeling, Frau gegen Frau. Herrlich. Super toll organisiert, viel Stimmung und es hat einfach rundum Spaß gemacht. Und mit diesem Erfolg erst recht.

Dieses Mal war meine „Allinger Gang“ wieder voll mit dabei, die mich schon so oft treu begleiteten und was immer das letzte wichtige Korn ist. Bei der heutigen Hitze war die Außenverpflegung extrem wichtig, so konnte ich mich an den offiziellen Verpflegungsstationen einfach nur auf die Abkühlung konzentrieren. Und der Abstand auf Platz 3 war nicht so wirklich groß … (gute 40 Sekunden, das wäre alleine knapp geworden!).

Aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck war mit Christiane Göttner vom TriTeam FFB noch eine „alte“ Bekannte am Start. Sie schlug sich in 07.31Stunden wacker und wurde ebenfalls Vize-Europameisterin (von 2) in der AK65.

Und dann natürlich nicht zu vergessen, die Creme de la Creme der (weiblichen) Profis mit der deutschen amtierenden Langdistanz-Weltmeisterin Anne Haug (2. Platz), sowie einer der besten Triathletinnen überhaupt: Nicola Spirig aus der Schweiz, die sich heute den Titel holte! Sie ist im Übrigen auch im “TriSutto” Squad, direkt unter Brett Sutton. Jo ist wiederum “European Headcoach” von Brett.

Das nächste Rennen wird der Powerman Embrun am 11. Juli in der wunderschönen Provence sein. Ich freue mich schon riesig.

Und so langsam kommt die Katze aus dem Sack, was dieses Jahr noch großes geplant ist. Das Datum ist mit dem 12.09 das gleiche: Entweder Triathlon Langdistanz WM in Almere oder Mission “Hawaii Slot” in Nizza.

Bleibt gespannt und bis bald, eure Anja


*) Offiziell deswegen, weil Ausrichter die Europäische Triathlon Union, Ableger der Internationalen Triathlon Union, ist. Wie bei vielen Sportarten gibt es beim Triathlon kein geordnetes Regularium mit etwas Wildwuchs, daher ist es mir immer wieder wichtig, hier Klarheit zu schaffen. 

4 comments

  1. Hallo liebe Anja,
    wieder einmal eine wahnsinnige Leistung von Dir!!!
    Schön das wir live an deinem Erfolg dabeisein konnten und
    die Wasserverpflegung super geklappt hat.

    Deine Allinger Gang
    Sissi und Gerd

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