DNF (Rennabbruch) beim Austria Triathlon Podersdorf über die Langdistanz.


Für mich war nach 5 von 6 Radrunden (d.h. ca. 150km mit vorigem Schwimmen von 3,8km) Schluss.

… Und es ist gut so! Ich bin stolz auf mich, das ich den Stecker gezogen habe. „Irgendwie bekommt man sowas schon zu Ende, was zum einen nicht der Anspruch an mich ist, zum anderen zu welchem gesundheitlichen Preis? Denn, ich wusste von Anfang an, dass es ein „Tanz am Limit“ wird. Die kurze, aber schwere Krankheit im Sommer hat mich zu viel Energie gekostet, die ich nicht wieder aufholen konnte. Ich habe es aber wenigstens versucht. Ich kenne den Unterschied zwischen dem Überschreiten von Grenzen und dem Überschreiten der eigenen Grenzen. Ja, lies das nochmal!

Der interessierte Leser weiß, dass ich vor rund einem Jahr den Entschluss fasste, mit dem Profisport in dieser Form aufzuhören um mich auf 2-3 Spezialprojekte zu fokussieren.  Aber, bekanntlich kommt immer alles anders. Meine  Triathlon-Karriere wollte ich eben letztes Jahr hier in Podersdorf beenden. Dann der Handbruch, gefolgt von 12 Monaten purem Chaos in meinem Leben (s. unten). Das ist auch ok. Das Leben muss sich einfach ordnen.

Aber jetzt ist Schluss mit dem Dreikampf: Das war mein letzter Triathlon nach 14 Jahren! Es gibt keine offenen Rechnungen, die ich begleichen muss. Ich habe andere Pläne und freue mich darauf.
Das Resüme: 63 Triathlons, 5 DNF’s – mit dieser Quote kann ich leben.
Insgesamt: 210 Rennen in 14 Jahren mit 7 Ausfällen – noch besser 😀

Die vergangenen 12 Monate
Seit Jahren denke, arbeite und fühle ich im 12 Monats-Rhythmus und nie nach Kalenderjahren. Alles braucht 12 Monate (z.B. so auch ein TrauerJAHR) zur Verarbeitung und Neugestaltung des Lebens. Nur weil plötzlich eine neue Jahreszahl davorsteht, ist die Situation nicht anders. Es ist nur eine Zahl. Genauso wie das Alter, was ich gerne immer predige, aber auch schon seit Jahren beweise. Erfolg gibt Recht.

Die vergangenen 12 Monate waren eine enorme physische und psychische Belastung. Die Details sind bekannt, aber im Anschluss der Vollständigkeit halber nochmal aufgelistet. Wie ging es mir dabei? Ich hatte Höhen und Tiefen, aber das Glas war immer halbvoll. Ich habe jede einzelne Hürde als Stufe für was Großes gesehen, was eintreten soll, wenn die Zeit reif ist, spätestens aber nach rund 12 Monaten! Nun gut, sollte heute nicht so sein. Aber alles passiert aus einem Grund und ich kann trotzdem getrost abschließen und schaue jetzt nach vorne!

Weitermachen – Selbst finanziert
Der Sport hat mir auch in der jüngsten Vergangenheit viel Kraft gegeben, auch das habe ich bereits erwähnt und auch hier –  der Vollständigkeit halber – die Erfolge im Anschluss.

Nachdem ich durch die unfreiwillige und dankbare Auszeit viel Zeit habe und im Verhältnis zu „allem“ immer fitter werde, habe ich beschlossen, mit dem Leistungssport in anderer Form weiterzumachen. Allerdings „nur für mich“, komplett selbstfinanziert. Der ganze Stress mit Partner- und Sponsorensuche ging mir zunehmend auf den Keks; die Entwicklung passt nicht zu meinen Werten. Instagramm ist mittlerweile sogar deaktiviert.

Zukunft

Folge Deiner Freude, vertraue Deinen Träumen und die richtigen Türen öffnen sich, wenn Du es am wenigsten glaubst“.

Beruflich: Ich bin noch nicht 100% im Klaren, wohin die Reise gehen soll, aber der Weg wird sichtlich für den ich intensiv arbeite (auch wenn noch nicht für das BSP). Die wichtige geistige Klarheit kommt und die nächsten 12 Monaten werden die Weichen gestellt. Auch hier habe große Träume und bin an der Umsetzung. Bislang hat mich meine mentale Stärke (insb. die Visualisierung) gepaart mit entsprechender Arbeit nicht im Stich gelassen.

Sportlich: Ab 2026 werde ich mich ausschließlich dem Ultratrail (100k+) widmen und habe auch hier seit 3 Jahren ein paar Träume, für welche ich nun 100% den Fokus auf diese ganz spezielle Sportart setze. Es ist vorbei mit „Multisport“ und „Ich mache alles“, auch wenn ich es könnte. Ich werde nun allerdings mein Alter berücksichtigen und nur noch auf einer Hochzeit tanzen.

Ehrenamt: Ich bin glücklich, dass ich im Hospiz Germering jetzt wieder weitermachen kann. Ich hatte mir eine Auszeit über den Sommer genommen. Los ging es Mitte August “passiv” bei einem Impulsvortrag der Firma BITS in München, welcher mit EUR 3.000 als Spende für das Hospiz prämiert wurde.

„If they think your dreams are crazy, show them, what big crazy dreams can do” (S. Flanagan).

Es wäre nicht das Erste mal… 😈

August 2024-August 2025
Der Rückblick im Detail mit wichtigen Erkenntnissen und „Welch Wunder…“

11.08.2024Handbruch beim Allgäu Panorama Ultratrail (1. Platz), gefolgt von OP, 8 Wochen Schiene, ein Leben als einarmiger Single-Bandit und verpasstem Erholungsurlaub: Das Drama nimmt seinen Lauf:

21.09.24100km Dt. Meisterschaft – DNF nach (erst) 85km (auf Platz 1 liegend). Ich war körperlich zu erschöpft. Welch Wunder Teil I.

05.10.24Deutsche Vize-Meisterin Ultratrail  – Es war ein Versuch. Geglückt. Aber ich bin weit über meine Grenzen gegangen. Das Drama nimmt Fahrt auf:

Parallel:  Oktober-Dezember: Trennung von meinem Arbeitgeber aus –  bis dato –  unerfindlichen Gründen (die dafür verantwortliche Person wurde 2 Monate später gefeuert).

Drama Höhenpunkt Ende Oktober: (Endlich) Urlaub in Slowenien. Souvenir: Schwere Fuß Verletzung nach 45km mit neuem Material (Ermüdungsbruch links). Welch Wunder Teil II!
Der Körper hat für die Heilung der Hand viel Energie benötigt, dazu die 2 langen Läufen und der „Stress“ im Job.

November-Januar:

  • Schmerzen im Fuß, die chronisch wurden.
  • beginnenden Arbeitslosigkeit

Januar-April:

  • wieder symptomatischer Bandscheibenvorfall mit starken Rücken- und Beinschmerzen.
  • 200% Vollgas ohne Sinn und Verstand in die Selbständigkeit. Ich hätte erstmal alles auskurieren sollen, finanziell war ich durch eine Abfindung und die Arbeitslosigkeit gesichert
  • Vorbereitung auf den Zürich Marathon, den dann „zu früh“ (16.04) war

26.04.25: Finale Erkenntnis: Ich bin wieder im Burn-out. Der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung. Selbständigkeit auf Eis gelegt, alles losgelassen und die nächsten Monate nur „für mich“ deklariert

03.05.25: Sieg beim St. Wendel Marathon. Ein psychischer und physischer (Fuß!) Befreiungsschlag

Jetzt sollte alles langsam ok sein? NEIN, ein paar Hürden gab es noch

14.06.25: Sturz beim Koasamarsch mit 2 Kniewunden, die sich leicht infizierten. Antibiotika-Therapie mit 3 Wochen Durchfall und 4kg Verlust Körpergewicht-Verlust (Wasser/Mineralien).

01.-14.07.: Krank (außer Corona 05/21, das erste Mal seit 10/2016!!). Welch Wunder – Teil III. Bin ich doch Ende Juni auch noch einen Trail gelaufen.

Mitte Juli-Mitte August:
Anbahnende Verletzung im Fuß rechts. Vermutung (aufgrund der Symptome): Knochenmarködem. Welch Wunder – Teil IV… Sämtliche Mineralien und Elektrolyte waren aus dem Körper ausgeschwemmt. 3 Wochen Aqua-Running und nur partielles Training auf der Straße inkl. von 2 Rennen als „Tempotraining“.

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2025 – Die sportlichen Ergebnisse/Projekte im „Sommer nur für mich“.
Trotz allem irgendwie beachtlich?

🥈Allgäu Vertical – 2k/572D+
🥇Halbmarathon Ottobeuren – 21k/190D+ – (eigenen) Streckenrekord gebrochen
🥇 Puchheim 10k – sub39’ (Straße)
🥇Waginger See Lauf – 12k/100D+ – Streckenrekord
🥇St. Wendel Marathon – 42.2k (Straße – 200D+) – 03.00,43h
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🚵‍♀️Molveno-Tour Non-Stopp über die Alpen: 327k/2.800D+/13.45h
🏆Sportlerin des Jahres 2024 der DUV – Preisverleihung in Gotha
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🥉Koasamarsch – 55k/3900D+ (Trail)
🥉Trail de la Vallée des Lacs 43k/2.2000D+ (Trail)
4. Platz Stelvio Trail Run – 21k/2100D+ (Trail/Mountain) – 21’’ auf’s Podium
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🚵‍♂️🏃 2 Big Bucketlist Touren in der Schweiz
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🥈 Strassenlauf Indersdorf – 9.4k in 35 Minuten!
🥈 Halbmarathon Unterwössen
4. Platz Sprint-Triathlon München  – Duell “Diesel” gegen „Jugend“ – 48‘‘ auf’s Podium