Diese Tour wollte ich schon lange fahren, war sie doch mit einem kompetitiven Wettkampfkalender kaum vereinbar. Umso mehr freute ich mich, dass es am 19. Juni endlich soweit war. Sozusagen eine Befreiungsfahrt.
Inspiriert wurde ich von der offiziellen Allgäu-Radrunde. Das Ziel waren dennoch 400 Kilometer.
Nach der Benefizfahrt nach Freiburg (2021 über 337 km / 2.400 D+) und der letztjährigen Alpenüberquerung zum Molvenosee (327 km / 2.800 D+) wollte ich herausfinden, was 400 Kilometer mit einem machen können. 😊
Der Mensch plant. Und Gott lacht.
Dass ich die Belastung grundsätzlich bewältigen kann, daran hatte ich keinen Zweifel. Entscheidend bei solchen Aktionen sind die Verpflegung und der Kopf. Irgendwann ist es nur noch der Kopf.
Bewusst nahe der Sommersonnenwende gewählt, startete ich meinen Garmin um 02:30 Uhr. Die ersten eineinhalb Stunden verliefen in kompletter Dunkelheit. Nichts Neues, aber trotzdem jedes Mal ein wenig spooky.
Leere Straßen. Stille. Die Dämmerung, vor allem aber der Sonnenaufgang knapp zwei Stunden später, entschädigen für alles und begeistern mich immer wieder aufs Neue.
Die Bedingungen waren an diesem ersten Sommerwochenende alles andere als einfach. Temperaturen von deutlich über 30 Grad machten die Verpflegung zu einem entscheidenden Faktor. Vor allem das Trinken hatte Priorität. Salztabletten waren ebenso Teil der Ausrüstung wie ein klarer Ernährungsplan. Für mich war die Tour kein lockerer Ausflug, sondern ein Projekt, das ich ähnlich sorgfältig vorbereitet habe wie einen Wettkampf.
Was ich allerdings unterschätzt hatte, war der Wind🌬️.
Schon relativ früh wurde mir klar, dass die ursprünglich geplanten 400 Kilometer an diesem Tag nicht realistisch sein würden. Also begann ich, die Route an einigen Stellen anzupassen und Abkürzungen einzubauen. Statt stur an einer Zahl festzuhalten, habe ich die Bedingungen akzeptiert.
Die Hitze kostete Kraft. Der Wind noch viel mehr. Und als am Schluss der Tour noch drei giftige Anstiege auf mich warteten, war endgültig klar, dass heute nicht der Tag für Rekorde werden würde.
Am Ende standen 300 Kilometer, 3.000 Höhenmeter und 13 Stunden Fahrzeit auf dem Tacho.
Alles dabei.
Vor allem aber viele schöne Stunden im wunderschönen Allgäu, ein herrlicher Sonnenaufgang und die Erinnerung daran, warum ich solche Projekte überhaupt liebe.
Ein Tag, der mir lange in Erinnerung bleiben wird. 🙏
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