10.05. Wings4Life Gerockt

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Lesezeit: 3 Minuten
Korrektur 11.05: Ergebnisupdate (final)


Das war er, mein erster Wings4Life World Run. „Laufen, für die, die es nicht können“. Insgesamt waren 151 Nationen am Start, mit 184.236 TeilnehmerInnen, es wurden 1.656.840 km gelaufen und dabei sage und schreibe 4.1 Mio EUR an Spendengeldern für die Rückenmarksforschung gesammelt (Quelle: W4L). WOW!!

(c) Flo Hagena / Anja Kobs celebrates her victory in Germany in Oberschleißheim, Germany on May 9, 2021

Die Zusammenfassung vorab :

  • Deutschland: Platz 1
  • Weltweit: Platz 7 / Altersklasse F40: Platz 3 *)
  • 43,22km in 03.08h

Ergebnisse / Strava / Garmin / Fotolink am Ende


Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll zu erzählen, weil ich ob dieses Tags einfach nur überwältigt bin. Angefangen mit der großartigen Stimmung im Team mit Manja & Helmut, Andreas und den beiden sehr netten Jungs von DropIn TV (im Auftrag von RedBull).

v.l.n.r: Manja, Helmut, ich, Andreas

Es war wohl bis dato das beste und erfolgreichste Rennen meiner mittlerweile knapp 10-jährigen Sportkarriere, auch wenn ich mein Ziel, die 47km zu laufen (9,7 Runden mit 04.14min/km) nicht geschafft habe. Was ich aber gestern wieder mit Bravour gemeistert habe: Ich habe gekämpft und ich bin ziemlich bitter an meine Grenzen gegangen: Woher ich wusste, dass ich es (trotzdem) schaffen werde? Ich wusste es nicht, ich WOLLTE es.  Der Reihe nach, Fotos gibt es dann natürlich auch:

Ab km5 auf Anschlag, blau gelaufen, gelitten und gekämpft

Die Bedingungen an der Münchner Ruderregattastrecke waren um 13 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (pro memoria: der Lauf startet weltweit zur gleichen Zeit), alles andere als „gesund“. Beim Start hatten wir schon knappe 30 Grad und dann wehte auch noch ein übler Ostwind auf der windanfälligen Strecke. Im Nachhinein hat mich letzteres mehr Kraft gekostet, wie die Hitze. Wir waren mit 2 Eimern und vielen Schwämmen gut aufgestellt und ich konnte mich gut runterkühlen. Allerdings war natürlich der krasse Temperaturumschwung zu den Tagen davor eine absolute Hausnummer.

In der ersten Rennstunde war die Anlage noch sehr voll von vielen anderen Läufern und den üblichen „Verdächtigen“ (Rennradller, Inlineskater, etc), ich empfand das aber als weniger störend und es lichtete sich auch bald.

Trotz intensiver Kühlung war mein Puls bereits nach der erste Runde über der „Schwelle“ von 160 Schlägen und mir war klar, dass das Ganze heute ein absolutes Spiel mit dem Feuer wird. Ein Marathon muss bis min. km 25 im Wohlfühlbereich sein. Mindestens! Ich konnte die anvisierte Pace bis km 25 auch halten (Halbmarathon 01.29,21), war aber zu diesem Zeitpunkt schon seit 15 Kilometer im Roten Bereich von über 170!  Und dann begann das Leiden und das Kopfkino. Die Geschwindigkeit musste ich auf 4.20-4.25 regulieren, ab km 30 dann jenseits der 04.30min/km. Ich war schlichtweg „blau“ gelaufen. Zum Marathon (42.2km) hatte ich eine Zeit von 03.04,20, das war mit 04.43min auch der langsamste Kilometer. Rückblickend betrachtet eigentlich nicht übel…

Die finale mittlere Herzfrequenz lag bei 170 (maximalpuls 180). So was hat man normalerweise nur bei einem 5/10er… Und: für Hobbyläufer nicht zu empfehlen, das kann sehr gefährlich werden, dafür braucht man einen austrainierten Status.

(c) Flo Hagena

Das Catcher Car herbeigesehnt

Bei km 37 setzte sich das Catcher Car in Bewegung (man hörte das über die APP) und war 3km entfernt. Die Pace war zu diesem Zeitpunkt noch auf einem Endergebnis von rund 44km, diese Vorstellung war noch unerträglicher: Noch 7km. WIE?? Ich wurde noch ein Ticken langsamer hatte es mir aber den vollends in den Kopf gesetzt, die 43km zu schaffen!

Aufgeben? Kein wirkliches Thema – für DIESE Momente danach

Natürlich frägt man sich in solchen Rennen zu oft, ob man nicht aufhört oder auch einfach mal zwischendurch geht: „Du wirst nie wissen, ob Du es geschafft hast, wenn Du es nicht wenigstens probiert hast“. Ich kann das nicht weiter beschreiben, weil es reine Kopfsache ist, und darauf bin ich stolz.

Als mich das Auto dann (virtuell) einholte war ich allerdings für einige Minuten verständlicherweise ziemlich weggetreten und bereite meiner Mama wohl arge Kopfschmerzen. Als ich mich aber dann wieder fing, ging die Fanfare los: Eine kleine Ehrenrunde mit toller Stimmung (so ganz Corona-konform war das jetzt alles nicht, was ich da gesehen habe, aber an der frischen Luft vollkommen egal!), Interviews und last but not least: DER Sprung ins kalte Wasser.

Glückwunsch an die weltweite Siegerin Nina Zarina aus den USA die, sage und schreibe, über 60km gelaufen ist und bei den Männern Platz 4 belegt hat!! Nächstes Jahr fliege ich auch dorthin, um zu „meiner“ Zeit laufen zu können (aber keine 61km…. 😊). Da sind wir in Europa schon deutlich benachteiligt.

Noch ein paar Links

Ich verabschiede mich jetzt erstmal in die Schweiz um für ein paar Tage das Nass zu genießen. Die Schwimmbäder sind dort seit 19.04 offen. In Österreich ab 19.05. Und DE? Kein Ansatz einer Perspektive, nicht mal für die Freibäder, obwohl schwimmen die gesundeste (Reha-)Sport ist, die es gibt. Schade!

Liebe Grüße, Eure Anja

*) nach tatsächlichem Alter am Renntag, nicht nach Geburtsjahr wie beim Laufen/Triathlon üblich

(c) Flo Hagena / Anja Kobs and Flo Neuschwander are posing for a portrait in Oberschleißheim, Germany on May 9, 2021

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