05.07. Alpenstraße…

Lesezeit ca. 5 Minuten


… 428km/5700HM🚴‍♀️🚴‍♀️ #Anjafährt

Kaum vergehen 4 Jahre wird ein langer Traum endlich wahr: Die deutsche Alpenstraße mit dem Rennrad abfahren: Von Lindau am Bodensee nach Schönau am Königsee mit 428km und 5700 Höhenmeter.
Ich habe mich hier von einem Artikel verleiten lassen, welcher über 4 Etappen ausgelegt war. Aufgrund meiner körperlichen Fitness machte ich 3 daraus. Es ist auch in 2 zu schaffen, aber ich wollte keinen Stress und das Ganze in vollen Zügen genießen😌!

Die Streckenführung orientiert sich natürlich am Original, welches für die motorisierten Erdenbürger geschaffen ist. Es ging aber insgesamt viel auf den nördlich und südliche gelegenen ruhigen Seitenstraßen, die aber einige “doppel %-ige Anstiege” aufweisen.

Mission: #Anjafährt – “Miteinander Berge bezwingen – der Hospizdienst darf nicht sterben!” 🗻

Bevor es mit meinen Erzählungen und Bildern losgeht, möchte ich ein GROßES DANKESCHÖN an Herrn Landrat Karmasin sowie die Bürgermeister der Gemeinden Reutte in Tirol (Herr Oberer), Brannenburg (Herr Jokisch) sowie Schönau am Königsee (Herr Lenz) aussprechen. Sie haben diese Tour unterstützt in dem sie mich an den jeweiligen Etappenorte empfingen bzw. auf die Reise schickten und ich somit wieder ein großes Augenmerk auf den ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Caritas Fürstenfeldbruck legen konnte (ich berichtete). Die Situation ist nach #Corona noch schwieriger wie vorher.

Ich würde mich sehr freuen, pro km 5 EUR an Spenden zu erhalten. D.h. rund 2000 Euro. Das wäre eine prima Sache…😘

Spendenkonto:

Caritas München-Freising e.V.
Bank für Sozialwirtschaft München
BIC: BFSWDE33MUE
IBAN: DE30 700 205 00 8850 0007 08
Verwendungszweck bitte angeben:
Kostenstelle: 416180 – Anja Kobs

Herr Landrat Thomas Karmasin schickte mich am Landratsamt Fürstenfeldbruck auf die Reise….


Donnerstag 02.07. – Etappe 1: Lindau-Reutte / 120km- 2000HM

Das ganze Projekt wäre beinahe schon am logistischen gescheitert: Versucht mal relativ unkompliziert aus einer oberbayerischen Provinz mit dem Rad im Zug nach Lindau zu kommen… Ohne Worte! Letztendlich war es Familientaxi Nr. 1, welches mich um 07.30 Uhr in Buchloe am Bahnhof absetzte …

… und ich dann gute 2 Stunden später meine Tour starten konnte. Dabei kam zum ersten Mal ein Gedanke hoch: “Anja, was tust Du hier eigentlich?” 🙂 Egal, Augen zu und durch, ich freute mich wie ein Honigkuchenpferd und deswegen meinte es wohl auch der Wettergott gut mit mir: Bei 18 Grad konnte ich im trockenen in Lindau beginnen.

Start somit im Westallgäu auf 400 Meter über dem Meer. Nach einem kurzen einrollen die erste Kletterprüfung auf die Scheidegg (800M), runter, hoch auf den Hahnschenkel (892M) und ab in die Allgäuer Berge. 800 Höhenmeter auf den ersten 30, bzw 1300 auf den ersten 60km verspricht Fun🙈. Die diversen 15%+ Anstiege lasse ich mal außen vor…

Über Oberstaufen ging es nach Immenstadt an den großen Alpsee (hach, hier wurden Erinnerungen wach 🏃‍♀️🥇). Weiter über Nesselwang, Füssen und Schwangau zum ersten Etappensieg🏆: Nach 5.10 Fahrtzeit (netto) Ankunft in Reutte in Tirol, wo ich vom Bürgermeister, Herr Luis Oberer, sehr herzlich empfangen wurde. Herr Oberer ist selbst leidenschaftlicher Radfahrer und der erste Spender für die Aktion. Herzlichen Dank dafür♥️!

Hr. Luis Oberer – Bürgermeister Reutte in Tirol

Mit dem einrollen ins Hotel begann es aus Kübeln zu regnen. Da meinte es jemand sehr gut mit mir, die ganze Fahrt über hatte ich Sonnenschein satt🌼. Link zum GPS Track


Fr. 03.07. – Etappe 2: Reutte-Brannenburg / 180km – 1900HM

Der nächste Morgen begann… Die Königsetappe hinsichtlich vertikaler Meter stand vor der Tür und begann direkt mit der Fahrt durch das Ammergebirge. Hier hatte ich letztes Jahr einige Bergtouren gemacht und so war es toll, die Sache auch mal von der Ebene begutachten zu können😅. Wobei… Es ging gleich zum Frühstück – mit Regen, der mich auf 90km begleitete – auf den Ammersee Sattel (1118M), dann runter nach Ettal und über Garmisch, Wallgau, Vorderriss, durch die traumhafte schöne Valepp zum Spitzing-Sattel.
Die Abfahrt habe ich mal wieder voll genossen, ich kenne die Strecke in und auswendig und bei 60km/h ging mal wieder die Rennsemmel mit mir durch. Unten angekommen rechts Richtung Bayrischzell und fast, aber auch nur fast geschafft🙄. Etwas Dramatik, da es mich an der Auffahrt zum Sudelfeld ziemlich zerlegt (z.B. Schwindel, Übelkeit) hat. Zum Glück hatte ich noch ein Notfallgel im Gepäck, sonst hätte es zapperduster ausgesehen!!! Tja, auch auf den letzten 10km kann der Tank noch leer werden ☝️☝️Nach einer weiteren coolen Abfahrt landete ich aber glücklich beim 2. Etappensieg: Brannenburg, wo mich Bürgermeister Michael Jokisch begrüsste. Fahrtzeit heute 7.5h.
Link zum GPS Track

Hr. Matthias Jokisch- BGM Brannenburg

Auf den Regen zurück zu kommen🤣 Kalt war es nie, ich war gut gerüstet. Das Outfit ist jetzt vielleicht nichts für den “Eitlen Midlife-Crisis” Radfahrer (👉Harry G. Über Radfahrer) aber mir ist ja sowas egal… Dazu war es dank der Witterung gerade in der Valepp, die zwar Autofrei ist, aber zur “Radbahn” mutieren kann, herrlich leer!😝

Gewohnt habe ich im Übrigen in Flintsbach am Inn, 2km östlich von Brannenburg. Ein wundervoller, verspielter Ort. Da brauch ich kein Südtirol mehr🏔


Sa. 04.07. – Etappe 3: Brannenburg-Königsee / 128km-1700HM

Huch, schon fast wieder vorbei?! Immer noch gut gelaunt, wenig Müdigkeit aber mit gehörig Respekt vor den letzten 120km (mit Umleitung wurden es dann 128…)! Dazu freute ich mich über einen Überraschungsgast: Udo Fesser, langjähriger Sportfreund, gute Seele und als Inhaber des Physiovital Fitnessstudio in Fürstenfeldbruck – trotz der wirtschaftlichen Einbussen – mal wieder auf der Spenderliste meiner “Hospizaktion”, begleitete mich auf der letzte Etappe😍

Das Chiemgau empfing uns 🏞 mit Sonnenschein 🌼und ab Samerberg, bei Blick auf die Autobahn, fühlte ich mich fast wieder “heimisch”.

Kurz dahinter für mich der emotionalste und zugleich peinlichste Moment der Tour🐃🤗:

Lotte sorgte für Wirbel

Plötzlich stand dieses Stierkalb mutterseelenallein auf der Strasse. Gebrüllt wie am Spieß und Hinterläufer leicht eingeknickt. Für mich, als absoluten Tierfreak, war klar, die Tour ist zu Ende, solange ich nicht weiß, das Tier kommt in Sicherheit!♥️. Udo wurde zum Notruf verdonnert, ich habe in wichtigtuerischer Panik die Autos runtergebremst. Darunter war ein Freund des betreffenden Bauers😅: “Hey Madel, koa Panik”. Er ruft den Bauern an: “Schorsch, dei Stierkoabe is ausbixt und steht auf der Stross’n und macht de Kia vom Huaba wuid”.

Dann kamen noch zwei Einheimische und “Lotte” (von mir so getauft) wurde eingefangen. Sie war kerngesund, hat einfach nur gebrüllt, weil sie gemerkt hat, dass das ausbüchsen eher keine gute Idee war😅. Ich war happy, die Bauern dachten sich vermutlich: “deppade Preis’n Radlfahrer” und Lotte war dann zurück, wo sie hingehört🙈🙈🙈
Erlebnis unbezahlbar😝

Wir rollten glücklich weiter, genossen die atmenberaubende Landschaft auch wenn es ab Reit im Winkl keine Alternative zur Originalstraße gab und man sich den Asphalt mit den Wochenendfahrern teilen musste. Es hielt sich aber in Grenzen, habe es mir schlimmer vorgestellt. 🤣.
Weiter ging es vorbei an Ruhpolding, Schneizelreuth mit dem letzten Anstieg zur Schwarzbachwacht (480 Höhenmeter auf 6km, nochmal ein paar 10+%tern zum Schluss). Von dort ab, aber dann fast ausschließliches Ausrollen über 20km, bis nach Schönau am Königsee, wo ein tolles Empfangskomitee, organisiert vom Tourismusverband Schönau, auf mich wartete.
Monika Keck, Leitung Hospizdienst Fürstenfeldbruck ist auch extra angereist, sowie meine Eltern, Familientaxi Nr. 2, mit welchen es dann total überwältigt von einer gigantischen Tour nach Hause🚗🏡.
Link zum GPS Track

Glück auf der Schwarzbachwacht. Keine Berge mehr 🙂
Herr Richard Lenz – 2. BGM Schönau am Königsee

Fazit: Der HAMMER. Sportlich eine Pflichtempfehlung für jeden ambitionierten Radfahrer, aber auch für den gemütlichen Geniesser: Die Etappenlänge kann ja wunderbar variiert werden 😋.

YEAH! Geschafft!

Rein mental waren die einsamen Stunden auf dem Rad auch sehr erholsam. Irgendwann ist der Kopf leer und die Natur tut ihr übriges zum Wohlbefinden 😘.

Im übrigen habe ich das Ganze – außer der Taxifahrten (es sei mir vergönnt) und der besagten Überraschung, alleine, ohne jeglichen Support mit meinem mechanischem Roadbike absolviert🤩. Es erfordert einiges an Planung und Disziplin, aber da gibt es ja bei mir keine Sorgen🙈.

Ich hoffe sehr, auch mit dieser Aktion wieder viele Menschen motiviert zu haben und freue mich über Unterstützung in Rahmen von Spenden für den Hospizdienst der Caritas Fürstenfeldbruck!🍀🍀🌼

Wir lesen uns! Morgen Abend (5.7) bin ich dann erstmal in der Sportarena von München TV zu sehen (gibt es dann auch in der Mediathek)👻

Eure Anja

#anjafährt

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