26.07. – Alpseelauf Immenstadt – Gesamtsieg mit Streckenrekord

Warum ich mir gerade einen Trail/Berglauf als Trainingswettkampf herausgesucht habe, weiß ich nicht mehr. Ich weiß allerdings, dass es sich a) rentiert und ich b) eine „fetzen-Gaudi“ hatte. Immer nur Triathlon, auf der Straße geradeaus oder auf der Bahn im Kreis laufen ist auf Dauer doch auch langweilig 🙂

Der Naturparklauf um den großen Alpsee ist nicht nur landschaftlich aufgrund seiner Lage im schönen Allgäu eine Reise wert; alle Liebhaber von außergewöhnlichen Lauferlebnissen kommen auf ihre Kosten.  Es gibt zwei Kategorien, 15km mit 485HM und 25km mit 950HM. Ich entschied mich für letzteres, „wenn schon, denn schon“.

Gemeinsamer Start war um 8Uhr am am Ostufer des Alpsees, die Streckenführung für rund 14 Kilometer identisch. Meine Konkurrenz kannte ich von der Teilnehmerliste, eine Läuferin meines Alters aus Osnabrück hatte ich besonders im Visier (Marathon Bestzeit 2.52h). Diese setzte sich auch gleich zu Beginn innerhalb der ersten 3km mit etwa 30-40 Sekunden Vorsprung ab. Das war eine Ansage. Doch dann kam der (erste) Berg und somit “meine Zeit” 🙂 Den 4.5km langen Anstieg mit 250 Höhenmetern bin ich gefühlt geflogen, weitestgehend alles stehen lassen können und somit die Gesamtführung übernommen (auch in der 15km Wertung!). Die recht steilen 3km bergab gab es nur eines „Vollgas“, wusste ich ja nicht, ob mich meine Konkurrenz auf der darauf längeren Flachpassage (rund 8km) wieder einholen würde:

profil und bild

Nach dem Split zwischen 15 und 25km war ich mir meines Vorsprunges nicht ganz bewusst, ich konnte etwas den Berg zurück- und hinaufsehen, sah einige Läuferinnen, fühlte mich aber einigermaßen sicher; doch auf der Hut. So bin ich kontrolliert,  aber insgesamt sehr locker – und einsam – am Ufer des Alpsees entlang gelaufen und hatte endlich Zeit, die Landschaft zu genießen! Nach dem besagten flachen Teil ging es aber dann technisch und höhenmeter-technisch nochmal richtig zur Sache: Es warteten enge Trails, viele steinige Treppen, kleine Bäche und heftige Rampen mit rund 10-12% Steigung. „Nicht zu gehen“ und vor allem nicht (abzu-)stürzen war dann nicht mehr ganz so einfach, da ich aber immer noch nicht wusste, wie groß der Vorsprung war, biss ich die Zähne zusammen und dachte dabei die ganze Zeit an die Radfahrer der Tour de France (welche ich täglich en detail verfolgte), die in den letzten 21 Tagen 80h und über 3000 km gefahren sind. Das ist so ein Berglauf doch „a piece of cake“.

(c) Daniel Honold

(c) Daniel Honold

Erst bei km 24 war ein – noch verlassenerer – Streckenposten der mir zujubelte und sagte „cool, g’winnste“. Ja, sehr geil. So war es dann auch. Nach 2.04h kam ich überglücklich als 1. Frau, 8. Platz gesamt (99 TeilnehmerInnen) und mit meinem 4. Gesamtsieg für diese Saison ins Ziel. Doch die allergrößte Überraschung war der neue Streckenrekord über diese 25km! Ja, Berglaufen liegt mir, vermutlich weil es einfach Riesen-Spaß macht!

Ergebnisse

Ach ja, die vermeintliche Konkurrenz entschied sich nach 14km für die kurze Strecke. 2. Platzierte wurde dann Heidrun Besler in 2.07h. Jahrgang 1956. Chapeu !!!

Ich habe nun noch eine harte Belastungswoche vor mir und dann geht es in die Ruhephase (Tapering) vor dem ersten Saisonhighlight diesen Jahres: Die 70.3 Europameisterschaft (Mitteldistanz) in Wiesbaden.

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