27.02.2018 – Ein schleichender Alptraum…

 

„Stärkt wächst nicht aus körperlicher Kraft, sondern aus unbeugsamen Willen“ (M.Gandhi)

Ein von mir bekannter Satz, der mir in den vergangenen 4 Monaten nicht aus dem Kopf gehen wollte 🙂 Ihr erinnert Euch, in meinem Jahresrückblick erwähnte ich eine diffuse „Hüftverletzung“, die sich leider zum (medizinischen) Alptraum entwickelte und letztendlich wohl nur eine Fahrt nach Saarbrücken den Durchbruch brachte. Seit 4 Monaten Schmerz. Tag ein Tag aus. Es ist zermürbend. Aber der Reihe nach …

Meine Cocktails 🙁

“Schmerz ist Schwäche die den Körper verlässt?” Hoffen wir es…
Drei Tage
bevor ich offiziell das Training für die Saison 2018 aufnahm,  am 27.10.2017, stach es mir bei einer nicht unbedingt unmöglichen Bewegung („Jumping Jacks“) links in die Hüfte.  Am Anfang wurde das Ganze als Zerrung deklariert, man vermutet ja nicht immer gleich das Schlimmste. Als die Schmerzen aber beim Laufen schlimmer wurden und ich mittlerweile nicht mal mehr gehen konnte, bestand ich Ende November auf ein MRT, welches ein Knochenödem kristallisierte. Soweit immer noch alles im „grünen“ Bereich, eine belastbare Diagnose, die Heilung dauert halt 6-8 Wochen.
Doch dann wurde es ab ca. Mitte/Ende Dezember ein Stochern im Nebel: Die „Ödemschmerzen“ vergingen (zum Glück), ein Kontroll-MRT am 04.01 gab grünes Licht, aber es entwickelte sich ein grausamer, dumpfer, tief-sitzender Ruhe-(Nerven-)schmerz in der Leistengegend, ziehend bis in den Po/Oberschenkel, der sich überhaupt nicht verbesserte! Die einhellige Meinung der Ärzte nach wie vor: Warten, so ein Ödem kann dauern.
Hmm, „Welcher Teil von – der Schmerz ist ANDERS – ist nicht angekommen“? Zudem erwähnte ich immer wieder, dass man bei mir vor rund vier Jahren per Zufallsdiagnose 2 Bandscheibenvorwölbungen an L5/L6 feststellte, welche dann in einem weiteren MRT am 11.01 nochmals bestätigt wurden (sowas vergeht i.d.R. auch nicht mehr). Keiner der zehn Fachkräfte (Ärzte, Osteo, Physio), kamen auf die grandiose Idee, den Rücken in Betracht zu ziehen!! Ich ließ mir auch die Leiste mit Neuraltherapie behandeln, kein Erfolg. Merkt ihr was?? Alles sehr traurig, aber wahr. Mittlerweile weiß ich aus verlässlicher Quelle, dass Leistenschmerz zu 90% NIE von der Leiste kommt!

 

Irgendwas lief da kolossal verkehrt!
Das Training war bis Ende Januar natürlich nicht wirklich zufriedenstellend. Im Wasser machte ich zwar bemerkbare Fortschritte, das Radtraining (Rolle) war machbar, aber auch nicht wirklich leistungssteigernd. Das Laufen hatte ich am 12.11.2017 eingestellt! Und DAS irritiere mich und meinen (neuen) Trainer am meisten. Wenn man 12 Wochen nicht läuft, heilt eigentlich fast alles (das Gewebe des Körpers hat eine Halbwertszeit von „nur“ 6 Wochen!!) und wie gesagt, die „Ödem-Schmerzen“ waren ja weg. In letzter Konsequenz versuchte ich ein FREIWILLIGES Einstellen des Trainings, aber auch das brachte mich nicht weiter. Im Gegenteil, trotz Pause wurde es schlimmer, die Eskalation der Schmerzen war am 28.01 ein Besuch in der Notaufnahme im Klinikum Grosshadern, wo man mir natürlich adhoc nicht helfen, mich aber wenigstens mit Opiaten beruhigen konnte. Und so befand ich mich mitten in einem Alptraum. Keiner hat eine Ahnung und ich bewegte mich im BTMG Bereich! 🙁


Über Mütter und Saarbrücken zum Erfolg?
Sagte sie – zu diesem Zeitpunkt – nicht schon vor Wochen? „Ich tipp da auf den Nerv; im Rücken“. Wurde

Berge und Natur!
Balsam für die Seele 🙂

mir die Vorwölbungen durch die wochenlange Schon-/Fehlhaltung und dem krassen Fokus auf dem Ödem zum Verhängnis? Ein Armutszeugnis, das mir dann niemand anderes als einer der besten Physiotherapeuten Deutschlands in Saarbrücken helfen konnte, zu dem mich mein Trainer am 31.01.2018 in einer spontanen Nacht- und Nebelaktion schickte. Und genau dieser bestätigte die Vermutung: Die Vorwölbungen von L5/L6 drücken auf den Nerv und dieser ist mittlerweile extrem gereizt und entzündet. Mit spezieller Behandlungsmethode wurde in einer ersten Sitzung der Nerv entlastet und ich spürte sofortige Linderung (Danke Jan !!)! Allerdings dauerte es dann weitere 3-4 Wochen bis ich in München eine entsprechende Therapeutin fand (Danke Birgit!!), wir denken aber, dass wir jetzt auf einem guten Weg sind.

 

Der Körper als Wunderwerk
Das Training hatte ich Anfang Februar gleich wieder aufgenommen. Natürlich ist es schwierig, mit 24/7 Ruheschmerzen eine Einheit zu beginnen, aber witziger Weise ist dieser schlimmer, wie etwaiger Belastungsschmerz. Die Trainingseinheiten haben daher (noch) einen faden Beigeschmack, aber als ich letzte Woche bei meiner ersten Tempoeinheit seit Monaten (10*200 Meter Sprint in 37-39”) genauso schnell lief, wie im Dezember 2016 war ich mehr erstaunt als erfreut. Der Körper ist schon ein phänomenales Werk und jetzt weiß auch ich, dass einen das Schwim- und Radtraining extrem fit halten kann!!

“Die, die immer lacht” 🙂

Und jetzt?
Die erste wirklich schwerwiegenderer „Verletzung“ in meinen 6 Jahren Triathlon. Muss man auch mal durchgestanden haben und passt zu den nicht ganz so runden vergangenen 2 Jahren meines Lebens dazu. Und wer weiß, vielleicht gewöhnt man sich ja an den Schmerz. Keine Ahnung. 🙁 Im Prinzip bleibt mir grad nur die Gewissheit, das es ja eigentlich nichts schlimmes sein kann, nur eine Verkettung von unglücklichen Umständen!?

Egal, die Saison 2018 steht an und ich habe schon einige Pläne. Ich bin ein Kämpfer, Optimist und ich gebe nie auf. Und so, denke  ich, kennt man mich! ATTACKE !!! 🙂 🙂 

„Unterschätze nie einen Menschen, der einen Schritt zurück macht. ER könnte nur Anlauf nehmen“

In diesem Sinne,
Eure Anja

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