28.05 – Amadé Radmarathon


Anja1Hmmm, irgendwie hatte ich schon mal kürzere Berichte 🙂 Aber nur zu schreiben, dass ich bei meinem
ersten Radrennen, viel falsch gemacht habe, total zerplatzt bin, aber dann kämpfend bis zum Umfallen den 6. Platz (Damen 1; 9. Gesamt) gemacht habe, wäre ja auch langweilig 🙂 🙂  Und irgendwie gehören die Umstände dazu. Also, lehnt euch zurück, entspannt euch und lasst Euch berieseln; die Ausdauer wird sich lohnen 🙂 :

„The Past“

Wie Ihr Euch vielleicht habt denken können, konnte ich den Oberelbe Marathon in Dresden dann verletzungsbedingt doch nicht laufen. Neben dem körperlichen Schmerz war die Enttäuschung extrem, vor allem als mich dann noch die Nachricht des Veranstalters ereilte: „schade Anja, das Du nicht dabei warst, Du hättest gestern gewinnen können“. Aber gut zu wissen 🙂


„Wer immer nur Erfolge hat, ist nie an seine Grenzen gegangen“
(A. Huber)

Irgendwie hat diese Episode jetzt noch so ins Gesamtbild gepasst und für mich gehen die – bis dato –  dunkelsten Monate meines Lebens zu Ende über welche ich jetzt nicht mehr weitersprechen möchte. It’s done! Mit Spuren, aber done! End of Story.

„Aufstehen, Krönchen richten und weiter machen (Anjas Lebensmotto)

Gesagt, getan?! Der Sommerplan nach dem „Marathon“: Radfahren! Pässe rauf, Pässe runter. Beginnend mit dem Amadé Radmarathon, welcher gestern (28.05) stattfand; mein erstes richtiges Radnennen 🙂

Doch dann kam am Anfang der Woche eine weitere Hiobsbotschaft und ich ging mit sehr gemischten Gefühlen, aber auch mit einer gehörigen Portion Wut und Motivation an den Start: Julia Viellehner, eine gute Triathlon-Bekannte und Profiathletin, welche bei diesem Rennen letztes Jahr Dritte wurde, hat am Montag den bislang härtesten Kampf ihres Lebens nach einem schweren Radunfall verloren. R.I.P Julia, dieses Rennen nur für Dich!

„Anja goes Cycling“ 🙂

Ich bin ja kein Radspezialist, daher ausnahmsweise mal keine Ambitionen auf irgendwelche „Treppchen“, dennoch wollte ich aber mein Licht als Dreisportler nicht unter den Scheffel stellen. Meine geplante Fahrzeit war zwischen 5.10 und 5.15 Stunden (Schnitt: ~28km/h); basierend auf meinen Leistungen bei der Triathlon-Langdistanz 2016 und diversen „Wettkampf-Fernvergleichen“ mit Julia (ihre Zeit 2016: 4.32h). Allerdings fährt es sich natürlich anders, wenn man vorher nicht schon mit den Fluten gekämpft hat und fürs Laufen keine Körner sparen muss: „Einfach“ All-out!? Zudem ist bei einem Radrennen zu beachten, dass das „Windschattenfahren“ erlaubt ist und ich mir vom Gruppeneffekt noch zusätzlichen positiven Effekt erhoffte.

Die Wochen zuvor konnte ich – auch wegen der besagten Probleme (es stellte sich am Ende als Blockierung und Entzündung des ISG heraus) – nicht wirklich (rad-)spezifisch trainieren, aber wenigstens die Grundlage geht nicht so schnell verloren.

„146.6km mit rund 2000 Höhenmeter durch die Salzburger Landschaft“Strecke

20170527_130941Das Wetter: TRAUMHAFT. Start 7.30Uhr bei Sonne und 15Grad. Ich blickte in den Himmel und dachte mir, „danke Julia für Dein unvergessliches Lächlen“ 🙂  Und so machten „wir“ uns nach einer Schweigeminute, die ich am Vortag noch erwirken konnte, auf den Weg.

Strategie: den ersten Anstieg „all-out“, dann eine Gruppe finden, mit der man ins Ziel kacheln kann. Das ging eigentlich prima los. Ich fand eine Gruppe und wir schwebten mit rund 40km/h über die Strecke. In dieser Kerstin Troch, die später in 4.38h den 3. Platz machte. Merkt ihr was? Das war VIEL ZU SCHNELL für mich 🙁 Aber vermutlich würd ich es wieder tun. Daher noch kein Fehler per se feststellbar (meine Trainerin wird mir nach der Rennanalyse was anderes sagen…)
Jetzt Fehler Nummer 1: Prinzessin, vom Triathlon verwöhnt, fährt bei vorhergesagten 30 C nur mit einer Radflasche (der zweite Halter war für das Pannenkit bestimmt). Warum? Ich bin davon ausgegangen, dass mir bei den Labestationen – wie beim Triathlon –  Wasserflaschen gereicht werden. Nada! Bei der ersten gab’s ein Becher Wasser, die 2. lag so doof in einer Tanke, ich hab sie übersehen… Fehler Nummer 2: Informiere Dich über die Verpflegungsstationen.

Nun gut, wir fuhren dahin und ich hatte richtig viel Spaß (Vmax. – Mama weglesen: 83.9km/h). Dann bei km 70: Ein kurzer Anstieg, ich gehe ihn den Wiegetritt und plötzlich signalisierten mir die größten Teile beide Quadrizeps gleichzeitig: Enough. Krämpfe vom übelsten (hättest mal genug getrunken, Mädchen). Die Gruppe war natürlich weg. Das dauert keine 5 Sekunden. Tja und so begann das lange Leiden.

“80km alleine. Gegen den Wind” …

… und kein Wiegetritt mehr möglich. Lag ich noch in der Zeit? Yep, aber der lange Schlussanstieg von 12km mit rund 400 Höhenmetern folgte bei KM 122 noch 🙁 Bei km 80 und 90 schlossen nochmal 2 Gruppen auf, aber selbst da hatte ich keine Chance mitzuhalten. Also, sah ich es positiv und dachte mir, “super Training, im Triathlon fährste ja auch alleine”!

Bei KM 121 kurz vorm Anstieg kam die Dritte und letzte Labestation, in die ich tatsächlich einfuhr. Ich war so dehydriert, das ich innerhalb von 2 Minuten je 3 Becher Cola und Wasser in mich reinkippte. Danach fuhr es sich marginal besser, aber die Luft war raus. Auf diesem Anstieg grinste mich Julia immer wieder von meinem Lenker aus an und sagte mir, “zieh das jetzt durch! Schmerz vergeht, Stolz bleibt für immer!” Und ich zog es durch und legte die letzten 13km nochmal in geschmeidigen 20 Minuten zurück, obwohl mir das treten mittlerweile extrem schwer fiel. Zu den Oberschenkelkrämpfen, die ich nur mit Mühe ausklopfen konnte, kamen Wadenkrämpfe dazu. A Wahnsinn!

Ich traue mich schon gar nicht mehr auf die Uhr zu gucken, stellte aber dann kurz vor Zieleinfahrt fest, dass es tatsächlich erst 12.32Uhr war!! Wahoooo. Nach all dem Käse eine Zielzeit von 5.04h ?!
Ein guter 29er Schnitt; besser geht’s unter den Umständen nicht (Ergebnisse). “Danke Speedy, auf welcher Wolke Du auch gesessen bist, wir haben das heute gerockt!”

Ach ja, Fehler Nummer 3: Nicht glauben, solo-Radrennen sind einfach, nur weil man danach nicht mehr Laufen muss. Ich war heute mehr zerstört als wie nach meiner ersten Langdistanz letztes Jahr 🙁 Allerdings weiß ich noch nicht, ob das Gruppenfahren so meines ist. Ich mach lieber mein Ding; in meinem Tempo! Zumindest sind die Wattzahlen beim Triathlon besser; aber gut, das kann auch der fehlenden Form geschuldet sein:-)

„The Future“

So, vielen lieben Dank für Eure Aufmerksamkeit und für’s Durchhalten; die nächsten Berichte werden dann meines hoffentlich normalisierten Lebens wieder in Normallänge. Allerdings wird es die nächsten Wochen keine Wettkampfberichte geben, da ich ganz andere tolle Sachen vorhabe. Stay tuned J

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.