02.06. 2. Platz Triathlon Bad Tölz – Wieder da!

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Ich bin sprachlos, glücklich und unendlich dankbar! Die vergangenen Monaten waren wahrlich kein Zucker schlecken (ich berichtete). Viel ist passiert, aber eines nicht: Ich habe nie aufgehört an mich zu glauben und habe im Rahmen der Möglichkeiten gut gearbeitet.

Die Befreiung – Mut  wird belohnt
Nach 216 Tagen Wettkampfpause durfte ich mich heute mit dem 2. Platz beim Triathlon Bad Tölz über die Olympische Distanz belohnen. Die Teilnahme war noch ein riskantes Spiel, weil ich nicht wusste, ob die nötige Wettkampfhärte schon vorhanden war. Ein Start  steht für mich aber nur dann zur Debatte, wenn ich „ready“ bin und mir nicht schon von vornherein zig Ausreden parat lege, für den Fall das es nicht klappt. Entscheidung getroffen, Klappe halten, Augen zu und durch.

Oberstes Ziel war dennoch „Spaß“ und Dankbarkeit, dass ich wieder an den Start gehen kann. Alles andere sollte Kür sein: Für die gesamt 51,5km mit knapp 550 Höhenmeter (Rad: 450/ Lauf: 100) benötigte ich 2.21,23h. Eine Minute schneller wie bei meinem Gesamtsieg in 2015. Das Training zahlt sich aus, auch wenn ich 4 Jahre älter bin und gerade diese „kurzen“ Sachen ja eigentlich eher was für die „jungen Wilden“ sind: Es wird 2 Stunden ohne Rücksicht auf Verlust „geballert“ 🙈.
Meine letzte olympische Distanz liegt übrigens 3 Jahre zurück. In allem  war das Ganze daher ein guter (Form-)Test.

2 Stunden Führung – Spannende Entscheidung auf dem letzten Kilometer!
Der Wettergott meinte es bei meinem „Mini-Comeback“ auch gut mit mir. Der Kirchsee war zwar mit 18C noch recht frisch, dafür aber die Außentemperatur schon in etwa so, was man Sommer nennen kennen. Startschuss um 08.40Uhr, um 09.06 Uhr ging ich nach 1500 Meter mit der 3. Besten Schwimmzeit aus dem Wasser. Auch in meiner „jüngsten“ Disziplin endlich der Durchbruch! Das viele und intensive Langlauftraining diesen Winter hat mit Sicherheit auch dazu beigetragen.

Dass das Radfahren seit gut einem Jahr konkurrenzfähig ist, weiß ich und hier verlasse ich mich sehr auf mein Gefühl, die Erfahrung und mein technischen Geschick. Bereits nach 8Km hatte ich die Führung übernommen, welche ich bis zum 2. Wechsel nicht mehr hergab. Jetzt sollte sich entscheiden, wie ich die 16-wöchige Laufpause kompensiert habe:

7 Sekunden fehlten zum Sieg 
Das Laufen wird beim Triathlon immer entscheidender und durch eine Tempoeinheit von vor 2 Wochen ahnte ich schon, dass ich an meine Leistung vom November 2018 anknüpfen konnte, wusste aber auch das zwei Athletinnen auf meinen Fersen sind. Nach 7.5km immer noch in Führung, der Abstand auf ca. 100 Meter (ca. 20 Sekunden)  minimiert, war mir aber klar: RENN Anja, RENN!!  Bei km9 überholte mich die später 3. Platzierte Daniela Kleiser, zum Glück kam aber eine Bergab-Passage und ich spielte mein Bergtraining aus. Ich ließ sie stehen um fast zeitglich von der Siegerin Julia Jaenicke überholt zu werden und da konnte ich nicht mehr mithalten. Julia war vor 4 Jahren noch vierte und sie hat diesen Dreikampf mehr als verdient gewonnen.

Der Ausgang ist dann bekannt, nicht aber die Tragweite des Steines, der mir vom Herzen fiel. Man hat ihn bestimmt bis nach Alling gehört

Fazit – 2. Platz gewonnen und nicht den 1. verloren!
Ich bin nach allem was war sehr zufrieden mit meiner Leistung, freue mich aber, mich vielleicht schon bald bei einem „A-Klasse-Rennen“ (s. unten) wieder messen zu dürfen, denn das ist mein Anspruch. Natürlich immer so lange die Hardware hält, die Software ist definitiv in Schuss!

Glückwunsch nochmal an Julia und Daniela, aber auch Markus Hörmann, der das Männerrennen für sich entschied. Daniela und Markus trainieren auch beide bei Jo Spindler, so dass wir ein super Mannschaftsergebnis erzielen durften. Total waren 35 Frauen am Start, die 4. Platzierte hatte aber dann schon 9 Minuten Rückstand. Der Tölzer Triathlon ist eine super organisierte, fest etablierte und ganz tolle, durch die Streckenführung aber auch sehr anspruchsvolle Veranstaltung.  Ergebnisse.

Foto rechts: Claudia Bregulla-Linke, ebenfalls Team Erdinger Alkoholfrei. Wir kennen uns seit Jahren und es ist immer wieder schön, nette & bekannte Gesichter zu treffen.


P.S.: Der Blick hinter die Kulissen 🤔
Die Platzierung alleine möchte ich für mich erstmal nicht überbewerten. Zu Beginn einer neuen Saison ist es vielleicht mal wieder Zeit, gerade für die unerfahrenen Leser, etwas Licht ins Dunkle zu bringen:
Durch die Vielzahl der Events/Rennserien die es mittlerweile gibt, ist die Konkurrenz derer groß und ein Vergleich wird  zunehmend schwieriger. Versteht mich nicht falsch, ich finde jeden der über die Ziellinie läuft, hat für sich an dem Tag einen klasse Job gemacht und schon gewonnen 👍 Manchmal lohnt aber ein holistischer Blick hinter die Kulissen um den Hype um scheinbare Erfolge zu deuten. Und solange es der offizielle und internationale Triathlonverband nicht schafft, ordnungsgemäße Strukturen und eine saubere Organisation in den Sport zu bringen (z.B. Rennklassifizierung, amtliche Streckenvermessung, sinnvolle Altersklasseneinteilung bei Kleinevents, Cut-offs aber auch saubere WM-Normen) wird dieser über Kapitalismus gesteuerte, nicht mehr vergleichbare Wildwuchs weiter gezüchtet. Grau gesprochen, wird sich Triathlon noch mehr zum Hobbysport der Egomanen Selbstdarsteller entwickeln und die wenigen  Profis werden mangels seriöser Wahrnehmung nie wirklich zu Geld kommen.
Dazu kommt die unersättliche Gier der privaten Anbieter Challenge und der chinesischen Wanda Group (Ironman), was zur Folge hat, das immer mehr Athleten die Radkurse säumen und faire Rennen (“Windschattenverbot”) rein rechnerisch gar nicht mehr möglich sind!
Eine Entwicklung, die mir geradezu nicht gefällt und ich werde das weiter beobachten. 😥

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